Essen und Trinken

Religiöse Traditionen haben immer auch mit Essen und Trinken zu tun. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist gar nicht so einfach, wenn es unterschiedliche religiöse Bräuche und Vorschriften gibt.

Gedanken für den Tag 18.4.2019 zum Nachhören:

Orthodoxe Christinnen und Christen haben strenge Fastenzeiten und essen vor Ostern vegan. Im Judentum wird koscher gegessen und im orthodoxen Judentum auch das Fleischige vom Milchigen getrennt. Und vor dem Beginn des Pessachfestes muss das Chamez, also alles Gesäuerte, auch das letzte Krümel Brot, aus dem Haushalt entfernt werden. Katholiken essen am Karfreitag vegetarisch oder Fisch.

Thomas Hennefeld
ist Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich

Vielfalt der Speisen

Nur reformierte Christen kennen keine verbindlichen Fastenzeiten, sie können fasten, müssen aber nicht. Das christliche Abendmahl wird mit Brot und Wein oder Saft gefeiert in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu, das wahrscheinlich ein Pessachmahl war. Und am jüdischen Sederabend gibt es einen Teller mit verschiedenen Lebensmitteln, die alle eine symbolische Bedeutung haben.

Zu Ostern werden traditionelle Ostergerichte zubereitet. Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse des Menschen aber sie sind auch mehr als das. Essen und Trinken aber auch der Verzicht oder die Einschränkung können auch Ausdruck des eigenen Glaubens sein. Speisen, in ihrer Vielfalt und Buntheit im wahrsten Sinn des Wortes, sind für mich Sinnbild für die Vielfalt und Buntheit der Kinder Gottes auf unserer Welt.

Musik:

Nikita Magaloff/Klavier: „Lied ohne Worte Nr. 40 op. 85 Nr. 4: Andante sostenuto“ von Felix Mendelssohn Bartholdy
Label: Denon 73535