Unsichtbar in der Gesellschaft

Bernhard Pesendorfer lässt noch einmal das österliche Evangelium Revue passieren – es waren Frauen, die den toten Jesus zuerst gesucht haben – und dann die Botschaft von dessen Auferstehung erfahren haben.

Morgengedanken 23.4.2019 zum Nachhören (bis 22.4.2020):

Eine Gruppe junger Frauen eilt verwirrt mit einer Botschaft des Weges. Wird man ihnen glauben? Zählt ihr Wort in einer Gesellschaft, in der sie eigentlich keine relevante Stimme haben? Wie geht es Menschen heute, die keine Stimme in der Gesellschaft haben, ja als unwichtig gelten, sich oft unsichtbar fühlen? Und dann – aus der Botschaft wird Begegnung.

Pater Bernhard Pesendorfer
ist Superior der Lazaristen in der Mariengasse in Graz und Diözesanseelsorger Junge Kirche

Kein leichter Auftrag

Die Botschaft Gottes zu Ostern ist Begegnung auf dem Weg, Begegnung mit jenen, die draußen stehen. Jesus begegnet sein Leben lang auf solchen Wegen. Das Begegnen von Ostern stellt alles auf den Kopf und in Frage. Es hinterfragt meine kleine heile Welt und stellt mich in den größeren Zusammenhang, deshalb ist sein Auftrag zu keiner Zeit leicht: „Fürchtet euch nicht, geht hin und erzählt!“ Furcht? Ja, weil es wirklich an meine Grenzen und darüber hinaus geht!

Wenn ich Mut habe, gehe ich mit jener Gruppe junger Frauen mit. Hin zum Grab voll Trauer. Hin zum Engel, der vom Leben spricht. Hin in die Begegnung mit Jesus, der mir Mut macht. Hinaus in die Welt mit seiner Botschaft. Ja, ich sollte ihnen vertrauen, den jungen Frauen, ich sollte nicht leichtfertig die Stimme derer abtun, die am Rand stehen. Denn ich könnte sie überhören und dabei alles verlieren!