Die Sufis von Sarajewo

Themen: Die Sufis von Sarajewo - Islamische Mystik in Bosnien-Herzegowina, Informationen aus erster Hand – Eine App für religiöse Feiertage, „Jeder Mensch kennt das Heilige“ – Der Soziologe Hans Joas und ein Bibelessay von Herwig Sturm.

Die Sufis von Sarajewo - Islamische Mystik in Bosnien-Herzegowina

Für Musliminnen und Muslime beginnt am Abend des 6. Mai der Ramadan, der islamische Fastenmonat. Im mystischen Islam gibt es für diese Zeit besondere Traditionen – so auch in Bosnien-Herzegowina, wo der Sufismus, eine Form der islamischen Mystik, eine lange Tradition hat. In Bosnien, wie auch in anderen Gebieten der Balkan-Region, war es eben die sufistische Mystik, die nach dem Ende des Kommunismus und der gewaltsamen Zerteilung Jugoslawiens vielen säkularisierten Musliminnen und Muslimen wieder einen spirituellen Ansatz bot.

Sendungshinweis

Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen, 5.5.2019, 7.05 Uhr, Ö1.

Seit den Kriegen auf dem Westbalkan gibt es auch radikal-islamische Gruppen und der wirtschaftliche Einfluss aus arabischen Ölförderländern macht sich auch im Alltagsleben bemerkbar. Gerade deshalb sucht der Islam der Mitte in Bosnien auch in der Mystik einen wichtigen Rückhalt. Lise Abid hat eine Sufi-Klause in Sarajewo besucht.

Informationen aus erster Hand – Eine App für religiöse Feiertage

Nicht nur im Islam, auch im Christentum und Judentum gibt es eine große Zahl von Feiertagen. Einige sind bekannt, andere weniger. Was also feiern Muslime im Ramadan, was katholische Christen zu Fronleichnam? Und was Juden an Jom Kippur? Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben sich junge Christen, Juden und Muslime, Vertreter/innen der drei „abrahamitischen Religionen“ also, zusammengetan und einen Feiertagskalender für Österreich erstellt: als Website, als App und ganz traditionell als Plakat aus Papier. Maria Harmer hat die beiden Initiatorinnen getroffen.

„Jeder Mensch kennt das Heilige“ – Der Soziologe Hans Joas

„Wir leben in einer Welt, in der vielen Religion und damit auch der christliche Glaube als etwas Rückständiges erscheint. Das finde ich ungerecht gegenüber sehr vielen Gläubigen. Ich will zeigen, dass das Vorurteile sind. Man kann gleichzeitig ein kluger Zeitgenosse sein und ein gläubiger Christ.“ Das sagte der renommierte Berliner Soziologe Hans Joas in einem Interview mit der „Zeit“. Hans Joas wurde in München geboren.

Der heute 70-jährige Wissenschaftler gilt als einer der profiliertesten deutschen Soziologen und Sozialphilosophen, er forscht und lehrt an der Humboldt-Universität in Berlin. Seinen soziologischen Forschungen zufolge, haben selbst Menschen, die einen Gottesglauben ablehnen, einen Hang zur sakralen Verehrung. Auch in großen politischen Bewegungen, wie etwa im Kommunismus, wurden beispielsweise die Rote Fahne oder aber auch der einbalsamierte Leichnam Lenins kultisch verehrt. Und liberale Humanisten sind überzeugt davon, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und bestehen daher auf der Sakralität jeder Person.

Nach Joas‘ Überzeugung kennt jeder Mensch das Heilige, auch wenn er gar nicht religiös ist. Menschen gelangen in intensiven Erlebnissen zur Erfahrung, aus dem Alltag oder den bisherigen Grenzen der Person herausgerissen zu werden, durch etwas, das sie tief in ihrem Kern berührt. Was ist Menschen heute noch heilig? Und: Was glaubt Hans Joas selbst? Johannes Kaup hat ihn in Berlin beucht.

Gedanken über das Bischofsamt – Bibelessay zu Joh 10, 11-16.27-30

Es ist die Erzählung vom guten Hirten aus dem Johannesevangelium, die am 3. Sonntag der Osterzeit als Predigttext in evangelischen Gottesdiensten vorgesehen ist. Herwig Sturm hat viele Jahre dieses Bild des „guten Hirten“ vor Augen gehabt, als er – zuerst als Pfarrer, dann als Superintendent und zuletzt als evangelisch-lutherischer Bischof in Österreich – bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 seine geistlichen Ämter versehen hat. In der Lebenskunst fasst er – einen Tag nach der Wahl des kommenden evangelisch-lutherischen Bischofs – seine Erkenntnisse über dieses Amt in einem Bibelessay zusammen.

Bibelessay zu Joh 10 11 - 16 und 27 - 30

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 5.5.2019 zum Nachhören (bis 4.5.2020):

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