Persönliche Beziehung

In ihrer der Arbeit spricht Schwester Maria-Andreas Weissbacher immer wieder mit anderen Menschen über ihren Glauben. Nicht selten entdeckt sie dabei für sich Beeindruckendes.

Morgengedanken 10.5.2019 zum Nachhören (bis 9.5.2020):

Er stammt aus Tansania, ist verheiratet, hat in Österreich die Elektrikerlehre positiv abgeschlossen und ist sehr engagiert berufstätig. Er ist seinen Kindern, besonders der stark beeinträchtigten Tochter, ein ungemein zärtlicher, liebevoller und heiß geliebter Vater.

Sr. Maria-Andreas Weissbacher
ist Leiterin des Referates für interreligiösen Dialog und Missionsschwester vom Kostbaren Blut im Kloster Wernberg in Kärnten

Eine Sache des Herzens

Auf meine Frage bezüglich seiner religiösen Erfahrung meint er: „Für mich ist Glauben eine tiefe, persönliche Beziehung zu Gott. Die Kirche kann da sehr hilfreich sein, ich besuche auch gerne den Gottesdienst und feiere die kirchlichen Feste mit. Aber mein Glaube hängt überhaupt nicht davon ab, ob kirchliche Amtsträger mustergültig sind oder nicht. Ich mache meinen Glauben doch nicht von Menschen abhängig, die genau so wie ich Fehler und Schwächen haben und sich damit herumplagen müssen. Ich wundere mich manchmal schon, wenn Leute sich über bekannt gewordene Fehler solcher Menschen so aufregen können und dann mit dem Kirchenaustritt kommen. Das kann ich nicht verstehen.

Glauben ist eine Sache meines Herzens; das kann sich doch von negativen Beispielen nicht so stark beeinflussen lassen. Die persönliche Erfahrung mit Gott zählt für mich und die ist doch viel gewichtiger. Außerdem bin ich genau so verantwortlich für das Image der Kirche wie diese Herren. Da erlebe ich oft hitzige Debatten mit meinen Kollegen.“