Die Wiege des Muttertags

Themen: Die religiösen Wurzeln des Muttertags; Das Mutter-Kind-Haus der CS; Iftar-Essen im Ramadan; Zum Tod von Jean Vanier; Bibelessay von Gerhard Langer

Die Wiege des Muttertags – Über die religiösen Wurzeln eines weltweiten Feiertags

Am zweiten Mai-Sonntag ist auch heuer in vielen Ländern der Welt „Muttertag“ – ein Anlass, der mit recht widersprüchlichen Emotionen verbunden ist. Die einen begehen ihn bewusst als Ehrentag, freuen sich vielleicht auch, dass die ganze Familie wieder einmal zusammenkommt – oder zumindest über nette Gesten von Angehörigen, die man selten sieht.

Lebenskunst
Sonntag, 12.5.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Andere empfinden den Tag eher als anstößig. Beklagen, da würden Frauen über ihre Gebärfähigkeit definiert oder aus einem antiquierten Blickwinkel betrachtet. Und wieder andere sind einfach traurig, weil sie von ihren Kindern auch heute nichts hören. Wie es scheint, sind die widersprüchlichen Gefühle dem Muttertag sozusagen in die Wiege gelegt worden.

Muttertag Nelken

ORF/Brigitte Krautgartner

Rote Nelken für die lebende Mutter, weiße für die verstorbene Mutter

Die Tradition kommt aus der von John Wesley im 18. Jahrhundert begründeten Methodistenkirche – und schnell wurde ihrer Urheberin Anna Marie Jarvis klar, welche Ambivalenzen damit verbunden sind. Bis hin zur Geschäftemacherei, die bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts unappetitliche Auswüchse gezeitigt hat – zumindest hat Anna Jarvis das so betrachtet. Brigitte Krautgartner hat mit einer modernen methodistischen Christin, Pastorin Esther Handschin, über deren Gedanken zum Muttertag und über ihren Glauben gesprochen.

Schutzhaus in stürmischen Zeiten – Das Mutter-Kind-Heim der Caritas Socialis

Es ist unübersehbar, dass der Muttertag mittlerweile zu einem großteils kommerziellen Vergnügen für Blumenhändler, Restaurants und Ausflugsziele geworden ist. Aber wie feiern Mütter, denen es nicht so gut geht? Etwa in einem Mutter-Kind-Heim der Caritas Socialis? Die Schwesterngemeinschaft – nicht zu verwechseln mit der katholischen Hilfsorganisation Caritas – betreut in Wien ein Übergangsheim für Frauen, die Unglück mit ihrem Partner - oder im Leben gehabt haben. Roberto Talotta war dort.

Ein Festmahl in der Fastenzeit – Bericht von einem Iftar-Essen im Ramadan

Am 6. Mai hat, wie schon mehrfach berichtet, auch für die rund 700.000 Muslime in Österreich der weltweit begangene Fastenmonat Ramadan begonnen. Es ist das die religiös wichtigste Zeit für praktizierende Anhängerinnen und Anhänger des Islam. Noch bis zum 4. Juni dürfen sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken - dafür wird dann abendlich vielerorts mit gemeinschaftlichen Mahlzeiten gefeiert, übrigens auch Begegnung und Gastfreundschaft. Isabella Ferenci hat solch ein Fastenbrechen, ein sogenanntes Iftar-Mahl, besucht, zu dem die „Gemeinnützige Privatstiftung Anas Schakfeh“ geladen hat.

Ein Pionier der Inklusion – Zum Tod von Jean Vanier

Jean Vanier, der Gründer der christlichen „Arche“-Gemeinschaften, ist in der Nacht auf den 7. Mai im Alter von 90 Jahren in Paris gestorben. In den weltweit insgesamt rund 150 „Arche“-Gemeinschaften, von denen es auch zwei in Tirol gibt, leben Menschen mit und ohne geistige Behinderung miteinander in einer Gemeinschaft. Johannes Kaup hat einen Nachruf gestaltet.

Wer ist schon gern ein Schaf? – Bibelessay zu Johannes 10, 27 - 30

Es gilt manchen als dasjenige der vier Evangelien, das die poetischste Sprache und Metaphorik hat. Manche halten es auch für das spirituellste Evangelium, das gegen Ende des 1. Jahrhunderts verfasste Johannesevangelium. Wie auch immer man dazu stehen mag – ein Symbol, das sich über die Jahrtausende erhalten und immer mehr ins Bewusstsein eingebrannt hat, prägt jene Stelle aus dem Johannesevangelium, die am vierten Sonntag der Osterzeit in den katholischen Kirchen gelesen wird und in dem es heißt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie.“ Für LEBENSKUNST hat der katholische Theologe und Judaist Gerhard Langer, er lehrt am Institut für Judaistik der Universität Wien, dazu einen Radioessay gestaltet.

Bibelessay zu Johannes 10, 27 – 30

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 12.5.2019 zum Nachhören (bis incl. 11.5.2020):

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