Das Liebenswürdigste, das es gibt

Kann es eigentlich DIE richtige Beziehung für jeden einzelnen geben?

Morgengedanken 18.5.2019 zum Nachhören (bis 17.5.2020):

„Die Menschen sind, trotz all ihrer Mängel, das Liebenswürdigste, das es gibt.“ Mit diesem augenzwinkernden Goethewort beginne ich meine Schlussgedanken zur „Beziehungswoche“ und setze gleich fort: Und weil wir eben alle unsere Mängel haben, wird es die „ideale Beziehung“ nie geben!

Margit Hauft
ist ehemalige Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung

„Vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“

Ein guter Umgang mit Idealen setzt ja immer auch einen guten Umgang mit den Unzulänglichkeiten und Schwächen aller Beteiligten und auch mit dem möglichen Scheitern voraus. Entlastend ist das Bewusstsein, dass niemand hauptzuständig ist für das Gelingen einer Beziehung. Gerade das Einbringen dessen, was jeder einzelnen Person wichtig ist, und sei es noch so verschieden bis kontrovers, ist der fruchtbare Boden für das Miteinander. Es ist müßig, dauernd ergründen zu wollen, wer im Recht ist, solange wir bereit sind, eine Brücke zueinander zu schlagen. Ein hilfreicher Brückenpfeiler ist dabei sicher der Humor, ein Humor, der „trotzdem“ lachen lässt, und das nicht übereinander sondern miteinander.

„Eine Beziehung wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“, heißt es. Gestatten wir uns also den einen oder anderen Umweg und vergessen wir nicht die hohe Kunst der „Lassens“: Zulassen – Weglassen – Loslassen. Nicht zuletzt stärkt uns die Zusage: „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen.“