Singen im Chor

Dass Musik Gemeinschaft bildet, erleben viele Menschen. Welch wichtige Bedeutung das gemeinsame Singen hat, hören Sie in den Morgengedanken von Olivier Dantine.

Morgengedanken 21.5.2019 zum Nachhören (bis 20.5.2020):

In einem Chor zu singen: Für viele Menschen ist das ein wichtiger Teil ihres Lebens. Mehrere Tausend Chöre gibt es in Österreich mit ganz unterschiedlichem Charakter, Zusammensetzung und Qualität. Kinderchöre, Kirchenchöre, Chöre mit ambitionierten Laien und hochprofessionelle Chöre. Auch was gesungen wird, ist sehr unterschiedlich: Volkslieder, alte und moderne Kirchenlieder, Gospels und Spirituals und auch anspruchsvolle Werke klassischer Musik.

Olivier Dantine
ist Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirche für Salzburg und Tirol

Himmlische Klänge

Bei all den Unterschieden haben alle Chöre wichtige Gemeinsamkeiten. Das Singen in einer Gruppe verbindet auf eine besondere Weise. Wer im Chor singt, muss auf die anderen im Chor achten. Man muss aufeinander hören, und stellt sich auf einen gemeinsamen Rhythmus ein. Dass Kinder, die in einem Chor singen, in vielen Fällen ein anderes Sozialverhalten zeigen als andere, kommt nicht von ungefähr. Das gemeinsame Singen sorgt überdies für Wohlbefinden, dafür gibt es auch genügende medizinische Hinweise: Das so genannte „Kuschelhormon“ Oxytocin wird ausgeschüttet, Stress- und Aggressionshormone werden hingegen abgebaut. Ein Wohlgefühl am Ende einer auch sehr anstrengenden Chorprobe ist das logische Ergebnis, von dem viele Chorsänger erzählen.

Was mich aber besonders fasziniert ist, wie ich als einzelner Chorsänger Teil eines ganz besonderen Klangerlebnis werde. Da öffnet sich schon mal der Himmel für mich und gewährt einen Vorgeschmack auf himmlische Klänge.