Seele, was ist das?

Themen: Das Rätsel Seele; Spirituelle Landkarten; Eine tibetisch-buddhistische Nonne aus Deutschland; Bibelessay von Martin Jäggle

„Seele“, was ist das? – Über eine Grenzfrage

Die Einheit von Körper und Seele oder auch das Zusammenspiel von beiden ist immer wieder Thema, nicht zuletzt in Zusammenhang mit ganzheitlicher Medizin und Psychologie. Und vor allem spirituelle oder religiöse Menschen können mit dem Begriff der „Seele“ etwas anfangen. Doch was genau ist damit gemeint? Wo im Köper sitzt die Seele? Und ist sie mehr als das Gehirn? Was passiert – wenn überhaupt! - nach dem Tod des Körpers mit ihr?

Buchhinweis:
Hans Goller, „Das Rätsel Seele. Was sagt uns die Wissenschaft?“, Verlag Butzon & Bercker

„Das Rätsel Seele“ lautet der Titel eines der Bücher des Jesuitenpaters Hans Goller. „Was sagt uns die Wissenschaft“ – der vielleicht zunächst überraschende Untertitel. Denn der gebürtige Südtiroler studierte nicht nur Theologie, sondern auch Philosophie und Klinische Psychologie und nennt als seinen Arbeitsschwerpunkt philosophische Grenzfragen der Psychologie.

Auf Einladung der „Akademie am Dom“ war Hans Goller in Wien, wo ihn Maria Harmer getroffen hat.

Spirituelle Landkarten – Ein Buch hilft verstehen

Lange waren Spiritualität und Religion durch die Geburt vorherbestimmt, also de facto Schicksal. Doch diese Zeiten sind - zumindest in weiten Teilen Europas - vorbei. Daraus ergibt sich zwar ein großes Angebot auf dem Markt der Weltanschauungen, gleichzeitig jedoch entsteht Konfliktpotential: Denn die Entscheidung darüber, wer die Deutungshoheit über die „Wahrheit“ oder die Wirklichkeit hat, fällt je nach Blickwinkel unterschiedlich aus.

Buchhinweis:
Ursula Baatz, „Spiritualität, Religion, Weltanschauung. Landkarten für systemisches Arbeiten“, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht

Besonders wenn es um Fragen der Gesundheit geht - um Psychotherapie etwa oder um Pflege - ist die spirituelle Orientierung von Klienten und Patientinnen eine Komponente, die nicht vernachlässigt werden darf. Die Religionswissenschaftlerin und langjährige ORF-Religions-Journalistin Ursula Baatz hat sich in ihrem jüngsten Buch mit dieser Problematik auseinandergesetzt und bei einer Lesung mit Alexander Tschernek im ORF-RadioCafé ihre Überlegungen präsentiert. Judith Fürst fasst sie zusammen.

Die erste Gelehrte - Eine tibetisch-buddhistische Nonne aus Deutschland

Die Karriere einer außergewöhnlichen Frau: Von Deutschland aus ist Kerstin Brummenbaum in den 1990er Jahren ausgezogen und hat Gefallen am tibetischen Buddhismus gefunden, wie er in Dharamsala, dem Exil-Sitz des Dalai Lama in Nordindien, praktiziert wird. Dorthin waren das geistliche Oberhaupt der Tibeter und viele seiner Landsleute nach dem blutigen Tibetaufstand 1959, also vor 60 Jahren, geflohen. In der Folge wurde aus Dharamsala das eigentliche Zentrum des tibetischen Buddhismus. Und genau dort hat sich Kerstin Brummenbaum zur buddhistischen Nonne weihen lassen, ihren Namen auf Kelsang Wangmo geändert und nach zwei Jahrzehnten umfassenden Studiums den im tibetischen Buddhismus gebräuchlichen Gelehrtentitel Geshe verliehen bekommen - als erste Frau weltweit. Kerstin Tretina mit einem Porträt der bescheidenen „Ehrwürdigen“.

Die Apokalypse als Mutmacher – Bibelessay zu Offenbarung 21, 1 - 5a

Sie gilt als literarisches Genre, das – zumindest in jüngerer Vergangenheit – vor allem in Form von Drehbüchern umgesetzt wird: die Apokalypse. Dystopien von Niedergang, Zerstörung und Tod werden da massentauglich inszeniert: explodierende Atomkraftwerke, abstürzende UFOS, die ganze Metropolen zerstören – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Lebenskunst
Sonntag, 19.5.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Die Mehrzahl dieser Bilder basiert auf einem biblischen Buch, das – so vermuten die meisten Fachleute – Ende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung entstanden ist. Doch das Ziel dieser „Offenbarung des Johannes“ oder „Apokalypse“ – wie dieses letzte Buch des „Neuen Testaments“ heißt - war es nicht, unter seinen Adressatinnen und Adressaten Angst und Schrecken zu verbreiten. Davon ist Martin Jäggle überzeugt. Er ist katholischer Theologe und Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit und spricht über jenen Ausschnitt aus der Apokalypse, der am fünften Sonntag der Osterzeit in den katholischen Messfeiern gelesen wird.

Bibelessay zu Offenbarung 21, 1 - 5a

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 19.5.2019 zum Nachhören (bis 18.5.2020):