Vatertag

In meiner ehrenamtlichen Arbeit für den katholischen Familienverband habe ich viele verschiedene Väter kennengelernt.

Zwischenruf 9.6.2019 zum Nachhören (bis 8.6.2020):

Väter, die sich gemeinsam mit ihrer Frau für ein traditionelles Familienmodell in einer kinderreichen Familie entschieden haben um lieber KINDER-REICH als finanziell wohlhabend sein.

Alfred Trendl
ist Leiter des katholischen Familienverband Österreichs

Verschiedene Väter

Partnerschaftliche Väter, die vollkommen selbstverständlich die Aufgaben rund um Kinder Halbe-Halbe mit ihrer Frau übernehmen, beruflich zurückstecken und in Väterkarenz oder Elternteilzeit gehen.

Väter im Rollstuhl, die ihre Vaterrolle ganz selbstverständlich und souverän ausfüllen und einen guten Weg gefunden haben, mit ihren Kindern unterwegs zu sein,

Väter in einer Patchworkfamilie, die beide Lebenswelten miteinander zu verbinden suchen.

Oder Väter, die nach einer Trennung von ihrer Partnerin ihr Leben lang um den Platz im Leben ihrer Kinder kämpfen.

Diese Väter eint die Liebe zu ihren Kindern und der Wunsch, für sie da zu sein und es auf ihre je unterschiedliche Art gut zu machen.

Möglichkeiten ergreifen

Ich selbst habe zwei Kinder, sie sind erwachsen, rückblickend kann ich sagen: Die Zeit ihres Aufwachsens ist nur so verflogen! Es ist eine relativ kurze Zeitspanne, in der man sich aktiv und präsent um seine Kinder kümmert. Im Austausch mit anderen Vätern höre ich fallweise ein Bedauern, diese aktive Teilhabe am Leben ihrer Kinder dem vermeintlichen Karrierezwang geopfert zu haben - auch von jüngeren Vätern.

Zwischenruf
Sonntag, 9.6.2019, 6.55 Uhr, Ö1

Viele wünschen sich im Nachhinein mehr Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben. Zeit, nicht nur bei tollen Wochenendausflügen und dem jährlichen Familienurlaub, sondern auch Zeit, den gemeinsamen Alltag zu leben: Abendessen mit der Familie unter der Woche, die Kinder zu Bett zu bringen - vielleicht mit einem Lied oder einem Abendgebet - statt Überstunden im Büro, oder dem ständigen Blick aufs Handy, einfach gemeinsam die Hausarbeit machen: Es bietet sich immer eine Möglichkeit an, zögern Sie nicht und ergreifen Sie diese im Hier und Jetzt!

Papamonat

Beruflich ist das nicht immer möglich. Väter können nicht immer frei entscheiden, was beruflich verlangt wird oder auch für die Haushaltskassa nötig ist. Hier ist die Gesellschaft gefordert, Familien, berufstätigen Eltern die Zeit, die sie für ihre Kinder brauchen, zu geben, ohne dass dies zu einem Nachteil am Arbeitsplatz führt. In Skandinavien sind beispielsweise berufliche Termine nach 17.00 Uhr unmöglich, da geht die Familie vor. Davon profitieren berufstätige Mütter und Väter, sowie die Paarbeziehung zur Frau und natürlich die Kinder, im Letzten die Gesellschaft.

Ein Papamonat - also vier Wochen freie Zeit nach der Geburt für den Vater - in der Praxis unbezahlt - ist mehr als eine Geste, um der Familie Zeit zu geben, das neu geborene Kind zu empfangen und sich in die neue Situation gut einzuleben, es ist ein Schlüsselerlebnis der besonderen Art. Arbeitsrechtlich besteht darauf noch kein Anspruch, für familienfreundliche Betriebe - und dazu gehören auch kirchliche Arbeitgeber - sollte die Gewährung des Papamonats eine Selbstverständlichkeit sein!

„Verpass nicht die Rolle deines Lebens“

Aber: Jeder Vater, egal wie alt die Kinder sind, kann sich einbringen: Übernehmen Sie den Elternsprechtag oder Elternabend in der Schule, holen Sie ihr Kind vom Kindergarten ab oder laden Sie ihre Teenagerkinder auf eine Pizza ein. Und: Hören Sie ihren Kindern zu.

Der Slogan: „Vater sein - verpass nicht die Rolle deines Lebens“ unserer Kampagne für Väterbeteiligung ist keine hohle Phrase, sondern ernst gemeint: Verpassen Sie nicht diese Chance, machen Sie sich selbst das schönste Geschenk und seien Sie ein aktiver und präsenter Vater im Leben ihrer Kinder!