Singen tröstet

Musik hat etwas Lebensbejahendes - vielleicht haben Sie ja auch deshalb das Radio eingeschaltet und hören uns zu.

Morgengedanken 17.6.2019 zum Nachhören (bis 16.6.2020):

Singen kann etwas sehr Tröstliches sein! Dass ein Lied ein wunderbares Mittel gegen Traurigkeit und Angst sein kann, wusste schon der Liederdichter Paul Gerhardt im 17. Jahrhundert.

Roland Werneck
ist evangelisch-lutherischer Pfarrer in Wels in Oberösterreich

Es gibt noch eine andere Wirklichkeit

Eines meiner Lieblingslieder von ihm passt sehr gut in diese Jahreszeit: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben.“ Es geht in diesem Lied um das Entdecken der Schönheit der Schöpfung, um das Staunen darüber, wie wunderbar Gott alles ausgeschmückt hat. Es geht um die Bäume, die im grünen Laub stehen, um die blühenden Narzissen und Tulpen und um all die Tiere, an denen wir uns erfreuen können. Eine eigene Strophe über die „unverdrossene Bienenschar“ ist heute in der Zeit des Bienensterbens hochaktuell und kann uns dazu führen, das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ in den Blick zu nehmen.

Paul Gerhardt hat dieses Lied in einer Zeit geschrieben, in der viele Städte, Felder und Wälder durch den Dreißigjährigen Krieg zerstört waren. Er hat es für seine Frau gedichtet, die gerade ein Kind verloren hatte. Es ist ein Lied, das ermutigen und trösten kann: Geh aus, mein Herz! Mach dich auf die Suche nach der Freude! Es gibt noch eine andere Wirklichkeit, als die des Krieges und des Todes!