Herzensbildung

In turbulenten Zeiten auf sein Herz und sein Gewissen hören. Das ist das, was Angelika Pressler ab heute in ihren Morgengedanken behandelt. Ihr geht es vor allem um die Herzensbildung.

Morgengedanken 23.6.2019 zum Nachhören (bis 22.6.2020):

Als ich in den vergangenen Wochen und Monaten die Nachrichten verfolgte, all das, was sich in der österreichischen Politik getan hat, und auch die diversen Kommentare in allen möglichen Medien gelesen hab‘, da ist mir ganz schwummerig geworden, da habe ich mich gar nicht mehr ausgekannt. Mein Herz klopfte und mein Kopf tat mir weh. Ich war ganz durcheinander. Kennen sie das auch? So unsicher zu sein, in der Luft zu hängen, angesichts der Lage unserer Gesellschaft, knapp vor dem Abgrund?

Angelika Pressler
ist Theologin und Psychotherapeutin in Salzburg

Wachsen im Menschsein

Und ich frage mich und Sie: Was brauchen wir, um durch alle Abgründe hindurch gut und redlich unseren Weg gehen zu können? Was brauchen wir angesichts von Digitalisierung und Klimawandel, und immer perfekterer Selbstoptimierung, aber zugleich immer tieferer Selbstisolierung?

Und da fällt mir ein scheinbar ganz altmodischer Begriff ein: Herzensbildung. Ist es das, was wir brauchen? Unser Herz zu bilden, zu gestalten und zu formen, könnte heißen: Wachsen in unserem Menschsein, Entwicklung unserer Fähigkeit, Mitgefühl zu zeigen, uns einzufühlen in die Ängste und Sorgen des Gegenübers. Herzensbildung – ein schönes Wort! Für heute wünsche ich ihnen: Hören Sie auf Ihr Herz, es ist ein weiches, offenes und sprechendes Herz.