Verklärung des Herrn

Viele Familien nützen die Ferien, um gemeinsame Wanderungen zu unternehmen. Jeder schöne Augenblick soll genossen werden, denn das stärkt alle.

Morgengedanken 6.8.2019 zum Nachhören (bis 5.8.2020):

Heute feiert die katholische Kirche das Fest der sogenannten „Verklärung des Herrn".

Unvergessen mein Aufstieg auf den Heiligen Berg der orthodoxen Christen, den Berg Athos. Die Kapelle am Gipfel ist dem heutigen Festgeheimnis geweiht.

Am Vortag in der gnadenlosen Augustsonne hinauf bis zur Kapelle der Gottesmutter.

Nach ein paar Stunden Schlaf weiter auf den Gipfel. Ankommen im Dunkel der Nacht.

Beten mit Menschen aus allen Ländern Süd- und Osteuropas. Der Gesang des Popen und der Mönche bis zum Sonnenaufgang. Die Sonne wirft den Schatten des Berges der Verklärung - Ein Lichtblick, eine Sternstunde.

Christian Öhler
ist Pfarrer von Bad Ischl und Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ

Ungeahnte Kräfte

In solchen Momenten wachsen einem ungeahnte Kräfte zu, wir fühlen uns reich beschenkt, wie neugeboren. Auch wenn uns der Alltag schnell wieder einholt, Spuren bleiben zurück: Die Ahnung von einer größeren Wirklichkeit, die Berührung mit einem nicht mehr weiter Benennbaren.

Zwar sind es immer nur vereinzelte Lichtpunkte, aber sie markieren mitten im Dunkel einen gangbaren Weg.

Die Heilige Schrift weiß von einer Wolke zu berichten und von einer Stimme, die aus ihr erschallt: „Dieser ist mein geliebter Sohn.“ Diese Liebeserklärung ist es wohl, die Jesus auf dem Berg ein besonderes Aussehen gibt.

Die Dichtern Gabriela Mistral weiß um das „sel`ge Gesicht“ liebender Menschen und Max Frisch notiert in einem seiner Tagebücher: „Wir wissen, dass jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt.