Das ist es

Sommerzeit ist Urlaubszeit - und auch Zeit, sich an vergangene Urlaube und Reisen zurück zu erinnern.

Morgengedanken 7.8.2019 zum Nachhören (bis 6.8.2020):

Als ich im September vor neun Jahren als Pfarrer in Bad Ischl begonnen habe, habe ich mir auch einen Leitsatz gewählt. Vier Worte aus dem lateinischen Benedictus: „ut sine timore serviamus“ – „dass wir ihm furchtlos dienen“. Es ist ein Satzteil aus dem „Benedictus“. Ich bin im Urlaub über den Satz gestolpert und hab mir gedacht: das ist es.

Christian Öhler
ist Pfarrer von Bad Ischl und Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ

Glauben

„Gott hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen“.
Wir sind Beschenkte! Bei allem Respekt vor unserer Leistungsfähigkeit. Was unser Leben wirklich wertvoll macht, Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Treue, Vergebung, können wir nicht machen, können wir uns nicht leisten. Es wird uns ausnahmslos geschenkt. Offen sein für das Unverfügbare – das meint „Glauben“.

Als einen der eindrucksvollsten Momente in der feierlichen nächtlichen Liturgie im Kloster Dionysiou auf dem Berg Athos erinnere ich, als der Pope aus der Heiligen Pforte heraus vor uns hintritt und mit weit geöffneten Armen ruft: efcharistìsoume – Lasst uns danken!
Mehr danken, weniger sudern. Mehr vertrauen, weniger fürchten, weniger jammern, sondern tun, was nötig ist – furchtlos dienen.

„Du hast mich geträumt Gott, wie ich den aufrechten Gang übe und niederknien lerne, schöner als ich jetzt bin, glücklicher als ich mich traue, freier als bei uns erlaubt“

(Dorothee Sölle)