Upcycling

Aus Alt mach Neu - das liegt sehr im Trend. Upcycling, so heißt das Modewort dafür.

Morgengedanken 8.8.2019 zum Nachhören (bis 7.8.2020):

Meine ehemalige Linzer Pfarre ist einer revitalisierten Textilfabrik untergebracht. Die Taufkapelle im still gelegten Turbinenhaus. Mit der dort gewonnenen Energie sind die Maschinen angetrieben und die umliegenden Wohnbauten versorgt worden.

Das Ambiente ist einzigartig: Mit dem Bachwasser in der Mitte wirkt die Taufkapelle wie eine Höhle, eine Grotte. Die Kinder freuen sich über die Fische und über den einen oder anderen auftauchenden Flusskrebs. Erwachsene sprechen von der guten Energie im Raum.

Die vorgegebene Spiralform, die unverputzten Wände und das Licht der Oster- und der Taufkerzen verleihen dem Raum eine archaische Aura voller Kraft.

Christian Öhler
ist Pfarrer von Bad Ischl und Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ

Kleinkraftwerke

Der frühere Caritaspräsident Franz Küberl hat in einem Zeitungsinterview gesagt: „Die Pfarren sind das wesentliche Bindeglied der Kirche zu den Menschen. Es gab früher zahlreiche Kleinkraftwerke, die eine Region mit Strom versorgten. Die Menschen brauchen aber auch in anderer Weise Zufuhr von Energie“.

Ein Kleinkraftwerk, das die Menschen vor Ort versorgt, aber auch antreibt, Kraft für den inneren Motor, für die Tat gibt. Das leisten die Kirchen.

Ich vergleiche sie mit dem Kraftwerk der Voest. Es liegt im Nordosten am letzten rechten oberen Spitz des Industriebetriebes. Aus den anfallenden Prozessgasen wird Strom erzeugt. Ein Mitarbeiter bezeichnet es stolz als das Herz des Betriebes und meint: „Wenn`s funktioniert, merkt man nicht, dass es da ist. Wenn`s ein Problem gibt, geht nix mehr“.