Franz Jägerstätter

Jahrestage haben immer etwas Besonderes: Jubiläen, silberne oder gar goldene Hochzeiten - aber auch schwierige Gedenktage jähren sich mit entsprechender Regelmäßigkeit.

Morgengedanken 9.8.2019 zum Nachhören (8.8.2020):

Im Jahr 2017 haben wir unsere Kirche renoviert und unter dem neu geschaffenen Altar eine Reliquie des Seligen Franz Jägerstätter beigesetzt. Heute vor 76 Jahren ist er in Brandenburg enthauptet worden. Ein einfacher Bauer, der sich der Nazi-Herrschaft standhaft widersetzt hatte. Pfarrer Jochmann hat ihn auf dem Weg in den Tod begleitet. Noch am Abend vor dem Hinrichtungstag sagt er geistlichen „Ich kann euch nur gratulieren zu diesem, eurem Landsmann, er hat als Heiliger gelebt und ist der einzige Heilige, der mir im Leben begegnet ist.“

Christian Öhler
ist Pfarrer von Bad Ischl und Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ

Dankbarkeit

Die österreichischen Schwestern haben in einem Krankenhaus in Brandenburg gearbeitet. Aus Dankbarkeit für die liebevolle Pflege seiner Tochter hat ein Gefängnisbediensteter den Schwestern die Nummer der Urne verraten. Die sterblichen Überreste von Kriegsdienstverweigerern mussten ja anonym bestattet werden. Die Schwestern haben die Urne geborgen. Gleich nach Kriegsende packt eine der Schwestern die Urne in eine Einkaufstasche, setzt sich in den Zug, durchquert russisches wie amerikanisches Besatzungsgebiet, trifft sich schließlich mit dem damaligen Pfarrer von St. Radegund. Er holt die Urne endgültig heim - per Motorrad und im Rucksack.

Franz Jägerstätter steht für alle Märtyrer und Märtyrerinnen unseres Landes – besonders für die Glaubenszeugen der totalitären und menschenverachtenden Systeme des 20. Jahrhunderts und der gegenwärtigen Zeit.