Jugendliche in Gesellschaft und Kirche

Mir kommt vor, wenn man gesellschaftlich oder familienpolitisch von Familien spricht, entsteht das Bild von Eltern mit Kleinkindern, dabei ist die gemeinsame Zeit, in der die Kinder schulpflichtig und dann kurz vor dem Erwachsensein stehen, viel länger.

Gedanken für den Tag 17.8.2019 zum Nachhören (bis 16.8.2020):

Mit dem Sakrament der Firmung bzw. Konfirmation bieten evangelische und katholische Kirche ein wichtiges Ritual für die Übergangszeit vom Kindersein zum Erwachsenwerden. Sie dient als Initiation des Erwachsenwerdens im Glauben. Man traut jungen Menschen die Entscheidung zu, ob sie den Weg des Glaubens weitergehen wollen, und wie, ob sie sich weiter in der Kirche engagieren wollen. In dem etwa einem Jahr der Vorbereitung werden die Jugendlichen mit anderen Themen als in der Schule konfrontiert, können sich auseinandersetzen mit sich selbst, “mit Gott und der Welt“, mit Spiritualität und: Sie selber stehen im Mittelpunkt.

Alfred Trendl
ist Präsident des Katholischen Familienverbandes

Bereichert und beschenkt

Sie sollen sich entscheiden, ob sie sich firmen lassen und eine eigene Verantwortung in der Kirche übernehmen wollen. Die Kirchen nehmen die jungen Leute so ernst, dass jede/r Gefirmte das volle aktive und passive Wahlrecht hat, schon mit 14 Jahren und zum Beispiel auch Pfarrgemeinderat werden kann.

Wie der Schriftsteller Karl Markus Gauß in seinem kürzlich erschienenen Buch schreibt, sei es einerseits traurig, dass Kinder ausziehen, die Familie verlassen, aber gleichzeitig natürlich richtig, und in Wirklichkeit ein Zeichen, selbstbewusste, selbstbestimmte Jugendliche herangezogen zu haben. Bei mir bleibt ein großes Gefühl der Dankbarkeit, so viel Zeit mit meinen groß gewordenen Kindern verbracht zu haben, von ihnen bereichert und beschenkt worden zu sein.

Buchhinweis:

Karl-Markus Gauß, „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“, Verlag Zsolnay

Musik:

Nick Cave & The Bad Seeds: „INTO MY ARMS“
Label: MUTE INT 846.936