Jeder Mensch kann leuchten

Themen: „Wiener Genesis“ aus dem 6. Jh.; Die Hindu-Aktivistin Mandakini Pachauri; Zu Besuch im Tempelheiligtum der Bahai in Haifa; Bibelessay von Wolfgang Treitler

Ein Weltdenkmal der Buchmalerei und ein Stück Weltliteratur – Die kostbare „Wiener Genesis“ aus dem 6. Jahrhundert

Die sogenannte „Wiener Genesis“ – ein Fragment des Buches Genesis, des ersten Buchs im sog. Alten Testament der Bibel - zählt zu den kostbarsten Werken, die die Österreichische Nationalbibliothek besitzt. Das fragile Buch ist aus dem 6. Jahrhundert und bereits jetzt nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nach einer mehrjährigen Restaurierungsphase wird sie nun unter optimalen Konservierungsbedingungen in der Österreichischen Nationalbibliothek für die Nachwelt aufbewahrt. Gemeinsam mit dem Schweizer Quaternio Verlag Luzern hat die ÖNB nun eine Faksimilie-Ausgabe erstellt, also eine originalgetreue Kopie der Wiener Genesis. Lena Göbl war bei der Präsentation in der Österreichischen Nationalbibliothek dabei.

Jeder Mensch kann leuchten – Die Hindu-Aktivistin Mandakini Pachauri

Spätestens am Tag nach der Zeitumstellung am 27. Oktober wird es dem einen mehr, der anderen weniger schmerzlich bewusst: Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Mit Festen, die das Licht - ein Hoffnung spendendes, rettendes Licht - in den Mittelpunkt stellen, versuchen Religionen diesen dunklen Tagen etwas entgegenzusetzen: Christinnen und Christen feiern Weihnachten, Jüdinnen und Juden Chanukka und bereits am 27. Oktober feiern Hindus weltweit Diwali. Auf Sanskrit bedeutet das „Lichterkette“ - ein Lichterfest also mit unterschiedlichsten Bräuchen und auch mythologischen Bezügen. Einmal steht der Gott Rama im Mittelpunkt, andernorts Krishna oder Kali. Die Kernaussage: Das Gute siegt über das Böse, das Leben über den Tod, das Licht über den Schatten.

Lebenskunst
Sonntag, 27.10.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Die Yoga-Lehrerin, Schriftstellerin und Frauen-Aktivistin Mandakini Pachauri begeht und feiert ebenfalls Diwali. Für sie bedeutet es, dass jeder Mensch leuchten kann, seine Potenziale und Qualitäten entfalten kann - jeder und jede kann Licht in der Welt sein. Kerstin Tretina hat die Inderin, die seit 30 Jahren in Österreich lebt, porträtiert.

Weltfrieden als höchstes Ziel – Zu Besuch im Tempelheiligtum der Bahai in Haifa

Sie ist die wahrscheinlich friedliebendste Weltreligion, - die Religion der Bahai. Am 29. Oktober 2019 jährt sich der Geburtstag eines ihrer wichtigsten Wegbereiter zum 200. Mal: Seyyed Ali Muhammad Sirazi, bekannt unter seinem Ehrennamen Bab. In Haifa (Israel) hat diese Religion, die Abraham, Jesus, Mohammed, Buddha oder Zarathustra als Propheten anerkennt, ihren wichtigsten Tempel. Roland Adrowitzer hat ihn besucht und berichtet über diese vielerorts verfolgte Religion.

Bibelessay zu Lukas 18,9-14 - „Wer betet, wird unsicher“

Die „verkehrte Welt“ – sie ist ein literarischer Topos, der sich auch in der Bibel an vielen Stellen findet. Etwa in der berühmten Bergpredigt im Matthäusevangelium. Selig die Trauernden, sie werden getröstet werden und so weiter. Bei Lukas findet sich ein ähnlicher Text: die sogenannte Feldrede. Aber auch in der Bibelstelle aus dem Lukasevangelium, die am letzten Sonntag im Oktober in den katholischen Kirchen gelesen wird, verkehrt sich die Welt. Sehr persönliche Gedanken dazu hat sich der katholische Theologe und Judaist Wolfgang Treitler gemacht.

Bibelessay zu Lukas 18,9-14

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 27.10.2019 zum Nachhören (bis 26.10.2020):

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