Schönheit im Alter

„Das Alter macht alt, sonst gar nichts“, sagt der norwegische Erzähler Knut Hamsun (1859 - 1952).

Gedanken für den Tag 11.11.2019 zum Nachhören (bis 10.11.2020):

Demgegenüber aber behaupten die Italiener: „Das Alter ist die Transparenz des Lichts!“ Damit meinen sie, dass ein Mensch, geläutert durch all seine Erfahrungen hindurch, niemals so durchsichtig und klar, so schön ist, wie im Herbst seines Lebens. Davon lassen sie sich auch durch Krankheit und die sonstigen Mühen des Alters nicht abbringen.

Arnold Mettnitzer
ist Psychotherapeut und katholischer Theologe

Miteinander der Generationen

Der Blick auf den Menschen unter dem Vorzeichen von REIFE und ERNTEDANK eröffnet eine ermutigende spirituelle Dimension, die in den täglichen Beziehungsmustern zwischen Jung und Alt einen geradezu „heiligen Tausch“ in Aussicht stellt…

Ein kluger Grundsatz rät den Menschen „mittleren Alters“, einmal am Tag mit einem Menschen zu reden, der über 80 Jahre alt ist und einmal am Tag mit einem Kind unter sechs Jahren. In einer Gesellschaft, in der ein solches Miteinander probiert wird, wachsen Achtsamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit bis zum letzten Atemzug. Das Alter erscheint so als der große Erntedank des Lebens. Dazu kommt, dass ein Mensch erst in der zweiten Hälfte seines Lebens darum weiß, wie schnell alles vergeht. Marie von Ebner-Eschenbach formuliert das so:

„Dass alles vergeht, weiß man schon in der Jugend;
wie schnell alles vergeht, erfährt man erst im Alter.“

Musik:

Alfred Brendel/Klavier: „Andantino - 2. Satz“ aus: Sonate für Klavier in A-Dur DV 959 von Franz Schubert
Label: Philips 4114772