Bodhi-Tag

Der morgige 8. Dezember ist nicht nur für viele christliche Menschen ein Feiertag, sondern auch für viele Menschen der buddhistischen Religion. Sie feiern den „Bodhi-Tag“, den Tag der Erleuchtung ihres Religionsgründers Siddharta Gautama, der mit diesem Ereignis zum Erwachten, zum Buddha wurde.

Gedanken für den Tag 7.12.2019 zum Nachhören (bis 6.12.2020):

Nachdem dieser Tag in die Adventzeit fällt, wurde bei uns daraus inzwischen anstelle eines Tages zum Feiern und zum Besinnen, ein Tag des Einkaufens. Mehrheitlich gehen daher die Menschen weniger in Kirchen oder Tempel, sondern in Einkaufszentren. Der Konsum wurde quasi zu einer neuen Religion.

Über Glück nachdenken

Ich weiß schon, dass ist kein neuer Gedanke und auch keine neue Kritik. Aber vielleicht gelingt es mir, dieser alten Kritik durch eine buddhistische Perspektive zu einem anderen Verständnis zu verhelfen. Es geht am buddhistischen Weg nicht darum, etwas zu verbieten oder zu verordnen. Worum es geht, ist zu verstehen! Und es geht immer um das Wohl aller fühlenden Wesen, also auch um Glück und Leid des einzelnen Menschen.

Gerhard Weißgrab
ist Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft

Schon allein deshalb kann es keine spezifische Vorschrift geben, da Glück nicht für jeden Menschen dasselbe bedeutet. Ich glaube, dass es nicht nur so ist, dass jeder Mensch für sich unter Glück etwas anderes versteht, sondern ich kann mir auch gut vorstellen, dass es für viele Menschen gar nicht so leicht ist, spontan zu sagen, was sie wirklich unter Glück verstehen. Darüber nachzudenken, wäre ein sehr lohnender Prozess. Und dann können wir auch anfangen, zu erkennen, wo wir bis jetzt vielleicht irrtümlich etwas festgehalten haben, von dem wir überzeugt waren, wir brauchen es unbedingt um glücklich sein zu können.

Das könnte vieles sein, nicht zuletzt die Art, wie wir konsumieren. Konsum ist ja nicht grundsätzlich schlecht und unheilsam – aber auch nicht grundsätzlich gut und heilsam! Das herauszufinden wäre eine hilfreiche Aufgabe und dann können wir mit neuer Einsicht und Weisheit darüber entscheiden, was wie warum und wann wir das nächste Mal shoppen gehen!

Musik:

Yo Yo Ma/Violoncello und Filmorchester unter der Leitung von John Williams: „Seven years in Tibet (Reprise)“ aus: SIEBEN JAHRE IN TIBET / Original Filmmusik von John Williams
Label: Sony Music SK 60271