Der Kirchen-Dolmetsch Österreichs

Themen: Elisabet und Maria; 80. Geburtstag von Paul M. Zulehner; 95. Geburtstag von Friederike Mayröcker; Biblische Motive bei Caravaggio; Bibelessay von Magdalena Holztrattner

Reihe: „Große Gestalten der Bibel – menschlich gesehen“ Teil 3: Elisabet und Maria – zwei beste Freundinnen

Es ist – meint der katholische Theologe, Wissenschaftsjournalist und Autor Josef Bruckmoser – eine der menschlich ergreifendsten Szenen der Bibel, wie der Evangelist Lukas die Begegnung von Maria und ihrer Verwandten Elisabet beschreibt. Beide nach biblischem Bericht unverhofft schwanger, - die um vieles jüngere Maria, ohne mit ihrem Verlobten Josef geschlafen zu haben, - Elisabet im weit vorgerückten Alter, nachdem sie und ihr Mann, der Priester Zacharias, die Hoffnung schon aufgegeben hatten. Auch im dritten Teil seiner Reihe über biblische Figuren im Advent und zur Weihnachtszeit betrachtet Bruckmoser das Geschehen aus einem menschlichen Blickwinkel.

Elisabet und Maria – zwei beste Freundinnen

Der Kirchen-Dolmetsch Österreichs - Zum 80. Geburtstag von Paul Michael Zulehner

Einer der bekanntesten Theologen Österreichs, Paul Michael Zulehner, begeht demnächst seinen 80. Geburtstag. Geboren am 20. Dezember 1939 in Wien, absolvierte er seine Studien der Philosophie, Theologie und Religionssoziologie an den Universitäten Wien, München, Innsbruck und Konstanz. 1964 wurde er in Wien zum Priester geweiht. 1973 habilitierte er sich für Pastoraltheologie und Religionssoziologie an der Universität Würzburg. Im Jahr 1984 trat er den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Wien an und emeritierte im Oktober 2008.

Lebenskunst
Sonntag, 15.12.2019, 7.05 Uhr, Ö1

In zahlreichen Büchern und Artikeln nahm Zulehner zu theologischen und religionssoziologischen Themen Stellung. In den 1990er Jahren war er der gefragteste Theologe in Zusammenhang mit der heftigen Krise der katholischen Kirche in Österreich. Zulehner äußerte sich kritisch zu den Vorgängen und blieb dennoch immer loyal zur katholischen Kirche.

Vom „Megatrend Religion“ bis zur „Verbuntung der Gesellschaft“ – seit Jahrzehnten begleitet und analysiert Paul Michael Zulehner wie kein Zweiter den Wandel innerhalb der römisch-katholischen Kirche und von Religiosität im Allgemeinen. Bis heute erklärt er die Phänomene in anschaulichen Bildern und Begrifflichkeiten. So auch im Gespräch mit Alexandra Mantler, in dem naturgemäß Themen wie aktuelle und zukünftige Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft nicht fehlen.

Bescheiden warten auf den Heiligen Geist – Zum 95. Geburtstag von Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker lebt seit ihrer Geburt 1924 in Wien, schreibt Gedichte und Prosa. 1946 veröffentlichte sie ihr erstes Werk. Seither hat die frühere Lehrerin rund 100 Bücher geschrieben und gilt als eine der wichtigsten deutschsprachigen Literatinnen. Ihre „große Liebe“, wie sie sagt, war und ist der Dichter Ernst Jandl, der im Jahr 2000 gestorben ist. Am 20. Dezember wird sie 95 Jahre alt. Ob sie an ein Leben nach dem Tod glaube, hat man sie gefragt. „Manchmal hoffe ich es, aber ich bin keineswegs überzeugt. Woran ich aber sicher glaube, ist der Heilige Geist, daran, dass ich mit seiner Hilfe Texte schreiben kann. Aus mir selbst heraus könnte ich das nie! Man kann ihn nicht rufen, man muss bescheiden sein und warten können. Und ich bin dann auch so dankbar, wenn ich wieder arbeiten kann. Ich brauche diese Hilfe!“ Sebastian Fleischer hat mit der großen österreichischen Schriftstellerin über Diesseitiges und Jenseitiges gesprochen.

Skandalöse Wahrhaftigkeit – Biblische Motive bei Caravaggio

Beinahe jedes Bild des italienischen Künstlers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571 - 1610) wurde zu einem Skandal. Caravaggio wählte ungewöhnliche Modelle wie Tagelöhner und Prostituierte aus, um die biblischen Figuren in seinen Bildern zu verkörpern. Aber auch seine Interpretation der Textstellen sowie sein eigener Lebenswandel haben regelmäßig zu Skandalen geführt. Er war einer der bedeutendsten Maler des römischen Frühbarock: Vor allem ihm und dem Bildhauer Gian Lorenzo Bernini ist derzeit eine Ausstellung im Kunsthistorischen Museum im Wien gewidmet. Der Theologe und Pfarramtskandidat der Evangelischen Hochschulgemeinde Johannes Modeß hat sich für seine Dissertation mit den Mechanismen von Skandalen beschäftigt und ist dabei immer wieder auf Caravaggio gestoßen. Im Rahmen einer Veranstaltung des „Albert-Schweitzer-Haus: Forum der Zivilgesellschaft" hat er durch die Ausstellung geführt und dabei besonderes Augenmerk auf skandalöse Elemente in Caravaggios Bildern gelegt. Lena Göbl war für LEBENSKUNST dabei.

Die Symphonie des Jesus von Nazareth – Bibelessay zu Matthäus 11,2-11

Am dritten Adventsonntag wird in den katholischen Messfeiern eine jener Stellen gelesen, die die Betonung darauf legen, dass dieser Jesus aus Nazareth unmissverständlich angedeutet hat, er sei der von Juden und Jüdinnen lange erwartete Messias. Auch der mit ihm verwandte Johannes der Täufer verweist auf Jesus. Johannes sei sozusagen das Präludium zur Symphonie des Jesus von Nazareth, meint die katholische Theologin und Sozialethikerin Magdalena Holztrattner in ihrem LEBENSKUNST-Bibelessay. Holztrattner ist Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs.

Bibelessay zu Matthäus 11,2-11

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 15.12.2019 zum Nachhören (bis 14.12.2020):