Integration durch Bildung

Themen: „Große Gestalten der Bibel – menschlich gesehen“, Teil 6: Aufgeweckte Hirten – Wenn das Herz den Verstand führt, Integration durch Bildung – oder: Chanukka bei den Knapps, Kicken, tanzen, büffeln – Wie Kinder in Nairobi dem Slum entkommen wollen, Bibelessay zu Apg Apg 6,8–7,1; 7,54–60.

„Große Gestalten der Bibel – menschlich gesehen“, Teil 6: Aufgeweckte Hirten – Wenn das Herz den Verstand führt

Wenn sich der Theologe, Wissenschaftsjournalist und Autor Josef Bruckmoser in seiner LEBENSKUNST-Reihe über biblische Gestalten in der Advent- und Weihnachtszeit meist mit heiligen Männern und Frauen befasst, so sind seine Gedanken für den 26. Dezember eine Ausnahme. „Die Hirten“ sind nämlich zwar weithin bekannte Protagonisten der biblischen Szenerie, doch im Ruf der Heiligkeit standen diese Männer damals keineswegs, eher im Gegenteil: Sie galten als äußerst raue Burschen.

Aufgeweckte Hirten – wenn das Herz den Verstand führt

Integration durch Bildung – oder: Chanukka bei den Knapps

Während ein Großteil der Christinnen und Christen in diesen Tagen Weihnachten feiert, feiern viele Jüdinnen und Juden acht Tage lang Chanukka: das jüdische Lichter- und Freudenfest. So auch Ilan Knapp und seine Familie. Er wohnt im 21. Wiener Gemeindebezirk im Dachgeschoß eines Gemeindebaus mit Blick auf die Alte Donau. Seine Großeltern wurden von den Nationalsozialisten ermordet, den Eltern gelang die Flucht nach Tel Aviv, wo Ilan Knapp geboren wurde und wo er bis heute viel Zeit verbringt. Mit 16 Jahren kam er erstmals nach Wien.

Sendungshinweis

Lebenskunst, Donnerstag, 26.12.2019, 7.05 Uhr, Ö1

Ilan Knapp studierte Klavier und Musikpädagogik sowie Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik. 1998 gründete er gemeinsam mit Alexander Friedmann das „Jüdische Berufliche Bildungszentrum“, das Knapp bis heute ehrenamtlich leitet. Lange Jahre war er Mitglied des unabhängigen Expertenrats für Integration, vergangenen Oktober wurde der 75-Jährige vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres mit dem „Intercultural Achievement Award“ ausgezeichnet.
Maria Harmer hat Ilan Knapp in seiner Wohnung besucht und sich von ihm auch berichten lassen, wie seine Familie hier Chanukka feiert.

Kicken, tanzen, büffeln – Wie Kinder in Nairobi dem Slum entkommen wollen

In den Tagen zwischen Weihnachten und Dreikönig sind sie wieder unterwegs in ganz Österreich: Jene rund 85.000 Mädchen und Buben, die als Heilige Drei Könige oder Sternsinger verkleidet von Haus zu Haus ziehen, um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika zu sammeln. Auch bei den unterstützten Projekten geht es meist um Kinder und Jugendliche - etwa in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi. Alexandra Mantler war mit der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, in Kenia und konnte sich vor Ort ein Bild machen von einem so spannenden wie sinnvollen Projekt, das mit Hilfe der Sternsingerspenden unterstützt wird.

Ich sehe den Himmel offen – Bibelessay zu Apg 6,8–7,1; 7,54–60

Unter den sieben Diakonen der sich aus dem Judentum entwickelnden ersten christlichen Gemeinde von Jerusalem – so liest man in der biblischen „Apostelgeschichte“ im Neuen Testament - ragte Stephanus heraus als „ein Mann voll Heiligen Geistes“ und voll „Gnade und Kraft“, der „Wunder und große Zeichen“ vollbrachte und noch kurz vor seinem Tod den „Himmel offen“ sah. Der Bibeltext, der an seinem Gedenktag in katholischen Kirchen gelesen wird, schildert die Vielfalt der jüdischen Gesellschaft in Jerusalem zu seiner Zeit.

Zwischen den einheimischen Juden - und den „Hellenisten“ genannten Juden in der Diaspora - gab es einen Konflikt um das Verständnis von Tora und Tempel. Diese innerjüdischen Spannungen bildeten den Hintergrund von Stephanus‘ Tod. Wer Stephanus für antijüdische Polemiken verwendet, kann sich nicht auf die Bibel berufen, meint Martin Jäggle. Er ist im „Schatten des Stephansdoms und im Lichte der Synagoge“ aufgewachsen, wurde katholischer Theologe und Religionspädagoge, lehrte an der Universität Wien und ist Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Bibelessay zu Apg 6,8–7,1; 7,54–60

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 26.12.2019 zum Nachhören (bis 25.12.2020):