Generation Hoffnung

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der man sich des Klimawandels, der sich zu einer Krise zu entwickeln droht, und der vielen (von Menschen beeinflussten) negativen Auswirkungen auf unseren Planeten und alles Leben bewusst wird, fällt immer öfter die Bezeichnung meiner Generation als der „Generation Hoffnung“.

Gedanken für den Tag 21.1.2020 zum Nachhören (bis 20.1.2021):

Wir sind die Generation, die den Planeten retten soll, sich nicht mehr länger von einem kapitalistischen Wirtschaftssystem kaufen lässt, und ganz allgemein Mensch, Tier und Pflanze Hoffnung zu versprechen scheint. Manche Journalisten werfen mit Begriffen wie Hoffnung umher, als wären es CO2 Abgaswerte - konstant steigend und zu viel davon. Wirklich helfen tut das niemandem. Auch meiner Generation nicht, denn die Erwartungen, die in uns gesetzt werden, sind mindestens so belastend wie die österreichische Klimabilanz.

Ida Jaritz
ist katholische Theologin und Studierende an der Diplomatischen Akademie

Das Ventil, das uns antreibt

Meine Generation wird nicht die sein, die alle Probleme der Menschheit wieder richtet. Genauso wenig wie die Generationen vor uns alles verbockt oder verbrochen haben. Das, was uns wirklich eint, ist nämlich, dass wir alle Generationen der Hoffnung sind. Jede Generation für sich, aber niemals nur für sich alleine. Wie sonst würde denn Leben funktionieren?

Eines meiner liebsten Bücher im ersten Testament ist das Buch Rut, in dem sich Rut nach dem Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter Neomi in ein neues Land aufmacht. Dass ich das Buch Rut mag, hat für mich persönlich viele Gründe, ist aber gerade auch dann relevant, wenn wir über Hoffnung und Generationen, über eine „Generation Hoffnung“ sprechen. Die Erzählung Ruts zeigt auf, wie übergreifend Hoffnung ist, wie sie jeder anders versteht und begreift, aber für sich ergreift und wie uns die Hoffnung letztlich verbindet und weitergehen lässt.

Die Hoffnung hat keine Geschichte und keine Generation für sich gepachtet und niemand kann sie für sich alleine beanspruchen. Sie ist das Ventil, das uns alle antreibt, und im besten Fall auch vereint.

Musik:

Filmorchester: „More hope“ aus: LADY BIRD / Original Filmmusik von Jon Brion
Label: Fire Soundtracks 00121450