Zum Tod von Adolf Holl

Themen: Welttag der Bibel; Nachruf auf Adolf Holl; Neuer Film über Franz Jägerstätter; Bibelessay von Elisabeth Birnbaum

Bibel hören - lesen - leben: Denkanstöße zum Welttag der Bibel

Das „Buch der Bücher“ genießt als Bestseller historischen Ausmaßes und als ein Stück Weltliteratur bis heute hohe Wertschätzung - weit über kirchliche Kreise hinaus. Selbst in der Werbung sind Bibelworte immer wieder zu finden - nicht immer zur Freude jener, die in der „Heiligen Schrift“ das Fundament ihres Glaubens sehen.

Lebenskunst
Sonntag, 26.1.2020, 7.05 Uhr, Ö1

Papst Franziskus hat nun den sogenannten dritten Sonntag im Jahreskreis der römisch-katholischen Kirche zum „Sonntag des Wortes Gottes“ erklärt, der am 26. Jänner zum ersten Mal begangen wird. In Österreich haben schon am ersten Adventsonntag 2018 drei „Jahre der Bibel“ begonnen, die auf Anregung des katholischen Bibelwerkes von der katholischen Bischofskonferenz ausgerufen worden sind.

„Bibel hören - lesen - leben“ - unter diesem Motto stand heuer auch die traditionsreiche Pastoraltagung im Bildungshaus Sankt Virgil in Salzburg - veranstaltet vom Österreichischen Pastoralinstitut. Mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich vor wenigen Tagen in Salzburg mit dem „Buch der Bücher“ aus vielen verschiedenen Perspektiven befasst, Markus Veinfurter hat ihre Statements eingefangen.

Zum Tod von Adolf Holl

Der geweihte, aber suspendierte katholische Priester, Theologe, Religionssoziologe, Geschichtsphilosoph und vieles mehr; der Querdenker und Kirchenkritiker Adolf Holl ist am Morgen des 23. Jänner 89-jährig gestorben.

LEBENSKUNST widmet dem gebürtigen und gelernten Wiener, Autor zahlreicher Bücher, einen Nachruf und bringt seine Gedanken aus dem letzten Gespräch, das er für die Sendereihe LOGOS – Was glauben Sie? Johannes Kaup gegeben hat.

Malick und der Mesner – Neuer Film über Franz Jägerstätter: Ein verborgenes Leben

Der US-amerikanische Regisseur Terrence Malick gilt als besonders poetisch, spirituell – und kompromisslos. Die letzten beiden Attribute gelten wohl auch für den Mann, dem er in seinem jüngsten Film ein Denkmal setzt: dem oberösterreichischen Bauern und Mesner Franz Jägerstätter.

In der Zeit des NS-Regimes hatte dieser schnell erkannt, dass die Reise nicht in die Richtung geht, die er mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Als gläubiger Katholik hat er dessen Stimme ernst genommen und Kontakt zu seinem Pfarrer und später zu seinem Bischof gesucht. Beide waren ihm keine tragfähige Stütze bei dem, was er vorhatte: den Dienst in der NS-Wehrmacht zu verweigern.

Anders als seine Frau Franziska, die seine Entscheidungen nicht nur toleriert, sondern mitgetragen hat. Und die auch an ihnen gelitten hat, als Geächtete, noch lang nachdem ihr Mann Franz wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet worden war.

Am 9. August 1943 war das, knapp vier Monate bevor Regisseur Terrence Malick geboren wurde. Anders als seinerzeit Axel Corti hat er kein dokumentarisches Drama gestaltet, sondern ein großes Ausmaß an künstlerischer Freiheit walten lassen und eine eigene Geschichte auf der Basis von Franz Jägerstätters Leben erzählt – im Sinne von George Eliot: „… wenn die Welt immer besser wird, so ist das zum Teil auf Taten ohne historischen Rang zurückzuführen … das verdanken wir zur Hälfte den Menschen, die voll gläubigen Vertrauens ein Leben im Verborgenen geführt haben und in Gräbern ruhen, die kein Mensch kennt.“ Brigitte Krautgartner hat den Film, der am 31. Jänner in die österreichischen Kinos kommt, schon gesehen.

Gemeinsames im Vordergrund – Bibelessay zu 1 Kor 1,10-13.17

Wie schon erwähnt: Er wird heuer zum ersten Mal begangen, der sogenannte „Sonntag des Wortes Gottes“ oder „Bibelsonntag“. Erst vor Kurzem, Ende September 2019, hat ihn Papst Franziskus für die katholische Kirche ausgerufen.

Und an besagtem Bibelsonntag, am 26. Jänner, kommt der LEBENSKUNST-Bibelessay von einer Frau, die die Bibel zum Zentrum ihres Berufslebens gemacht hat: von der Theologin und Bibelwissenschaftlerin Elisabeth Birnbaum, der Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks. Sie denkt über einen Text aus dem ersten Brief des Paulus an die urchristliche Gemeinde in Korinth nach, der in den katholischen Messen am sogenannten dritten Sonntag im Jahreskreis gelesen wird.

Bibelessay zu 1 Kor 1,10-13.17

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 26.1.2020 zum Nachhören (bis 25.1.2021):

Mehr dazu:

„Kirchenrebell“ Adolf Holl gestorben
(gril, religion.ORF.at/APA/KAP; 23.1.2020)

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