Menschlichkeit im Krankenhaus

Es ist wohl einem jeden lieber, sie von außen zu sehen. Aber wenn man sie braucht, ist es wichtig - vielleicht lebensrettend - Zugang dazu zu haben. Die Rede ist von Krankenhäusern.

Morgengedanken 5.2.2020 zum Nachhören (bis 4.2.2021):

Erst vor wenigen Wochen bin ich von einer sehr bewegenden Keniareise zurückgekommen. Und ich möchte in dieser Woche mit Ihnen, liebe Zuhörerin und lieber Zuhörer, einige Eindrücke teilen. Weil es eine caritative Reise war, führte uns der Weg immer wieder hin zu Orten, die von einer besonderen Not, aber auch Menschlichkeit geprägt sind. So auch nach Entasekera im Süden des Masai-Gebietes.

Jakob Bürgler
ist Bischofsvikar der römisch-katholischen Kirche in Innsbruck

Das Nötigste und das Wichtigste

Dieser Ort ist für das Bundesland Tirol kein unbekannter. Hat doch die, inzwischen verstorbene, Ärztin Maria Schiestl dort das Krankenhaus zu dem gemacht, was es heute ist. Segen für eine ganze Region. Wir gehen durch die Räume des Krankenhauses. Alles sehr einfach, um nicht zu sagen erschütternd einfach. Die Geburtenstation. Die Apotheke. Ein Karteisystem, das mich an uralte Zeiten erinnert. Die Krankenzimmer: spartanisch eingerichtet, nur das Nötigste ist da.

Aber das Wichtigste IST da: Menschlichkeit. Die Sorge um das Wohl der Kranken. Die Gastfreundschaft für Mütter, die ein Kind auf die Welt bringen. Auch wenn sie erschreckend jung sind. Vielleicht fehlt das manchmal in unserer technisch hochentwickelten medizinischen Versorgung. Menschlichkeit. Kenne ich einen kranken Menschen? Wie kann ich ihm meine Nähe zeigen?