Eindrücke von Kenia

Es scheint fast paradox: Gerade in den ärmsten Regionen der Welt gibt es oft so viel Hoffnung und Lebenskraft. Durch den Einsatz von Kirchen werden ungeahnte Chancen eröffnet.

Morgengedanken 6.2.2020 zum Nachhören (bis 5.2.2021):

Die Bilder und Eindrücke von Kenia gehen mir nicht aus dem Kopf. So viel bittere Armut habe ich dort gesehen. Und gleichzeitig so viel Hoffnung und Lebenskraft. Vor zwei Jahren schon war ich für einige Zeit dort. In der Hauptstadt Nairobi, im Elendsviertel Kangemi. Nicht mehr ganz unbekannt, seit Papst Franziskus dort auf Besuch war.

Jakob Bürgler
ist Bischofsvikar der römisch-katholischen Kirche in Innsbruck

Gewalt, Drogen, Elend

Der Jesuitenorden leitet in diesem Slum eine Pfarre. Und mittendrin zahlreiche, breit aufgestellte soziale Einrichtungen. Die heurige Reise hat mich wieder dorthin geführt. Ein freudiges und herzliches Wiedersehen! Besonders ans Herz gewachsen ist mir eine Initiative, die irgendwie das Herzstück der Pfarre ist. Upendo. Eine Vorschule. Aus den 31 Basisgemeinden der Pfarre wird jährlich je ein Kind ausgesucht, das diese Schule besuchen darf. Wohlgemerkt: Das ärmste, oder wie es genannt wird, das am meisten verwundbare Kind.

Ohne diese Schule würden diese Kinder auf der Straße landen. Keine Bildung. Keine Zukunftschancen. Keine Hoffnung auf Besserung. Vorgezeichnet: Gewalt, Drogen, soziales Elend. Ich finde es wunderbar, wie die Kirche im globalen Süden Leben fördert. Mit sozialer Achtsamkeit, mit Nachhaltigkeit, mit Professionalität. Auch das ist Kirche.