Stimmen der Verständigung

Themen: 7. Verleihung des Kurt Schubert-Gedächtnispreises; Besuch in der Wotrubakirche; Weisheiten und Botschaften der Inuit; Bibelessay von Helga Kohler-Spiegel

Stimmen der Verständigung - Die 7. Verleihung des Kurt Schubert-Gedächtnispreises

Das einzig wirksame Mittel gegen Vorurteile und Rassismus ist das Gespräch: Diese Überzeugung des Doyens der österreichischen Judaistik, Kurt Schubert (1923 - 2007), will der nach ihm benannte Gedächtnispreis weitertragen. Sechs Preisträgerinnen und Preisträger hat es bisher gegeben, als siebente wurde jetzt Eva Grabherr gekürt.

Lebenskunst
Sonntag, 9.2.2020, 7.05 Uhr, Ö1

Die Vorarlbergerin hat unter anderem bei Kurt Schubert studiert; in Innsbruck, aber auch in Wien und in London. Sie war die erste Direktorin des 1990 gegründeten Jüdischen Museums in Hohenems und leitet seit 2001 „okay.zusammen leben“ - ein Kompetenzzentrum für Fragen der Migration und Zuwanderung. Ingrid Bertel war bei der vielseitigen Preisverleihung im Salomon-Sulzer-Saal im Vorarlberger Hohenems und hat verschiedene Stimmen eingefangen: von der Preisträgerin über Hanno Loewy, Petrus Bsteh, Mouhanad Khorchide bis zu Felicitas Heimann-Jelinek.

152 Betonblöcke sind ein Gotteshaus - Besuch in der Wotrubakirche in Wien-Mauer

„Mein Tempel, meine Kirche, mein Gotteshaus“ ist der Titel jener Reihe, in der junge Menschen - eine Jüdin, ein Muslim, eine Buddhistin, ein Hindu – zeigen, wo sie spirituell beheimatet sind. Zum Abschluss führt die 18-jährige Schülerin Anna Müller durch ihr Gotteshaus. Es ist die nach Entwürfen von Fritz Wotruba aus zahlreichen aufeinander und ineinander verschachtelten Betonblöcken erbaute katholische Kirche auf dem Georgenberg in Wien-Mauer, ein Kunstwerk, das innere und äußere Räume eröffnet. Lena Göbl hat dort Anna Müller getroffen.

Wenn das Eis zu sehr schmilzt - Weisheiten und Botschaften der Inuit

Immer weniger werden Eis und Schnee auch und vor allem im hohen Norden, auf Grönland, das sich doppelt so schnell erwärmt wie andere Weltgegenden. Dort, auf der größten Insel der Welt, ist Angáangaq Angakkorsuaq, ein Schamane aus der Volksgruppe der Kaláallit, aufgewachsen. Wie alle Inuit und weitere zahllose Menschen weltweit sind sie vom rasanten Ansteigen des Meeresspiegels schwer betroffen. Angesichts der großen ökologischen Krise hat sich Angáangaq aufgemacht, um der Welt die Weisheit und spirituelle Botschaft seines Volkes näherzubringen. Kerstin Tretina mit einem Einblick in die alten Traditionen und modernen Probleme der Arktis.

Salz sein. Und Licht – Bibelessay zu Matthäus 5,13-16

Der Evangeliumstext, der am sogenannten 5. Sonntag im Jahreskreis auf dem Programmzettel der katholischen Messen steht, ist auch jenseits von Kirchenmauern oft genannt und wiedergegeben. Er findet sich im Neuen Testament bei Matthäus, in der berühmten „Bergpredigt“, von der wohl die Seligpreisungen der bekannteste Abschnitt sind. Der Autor erzählt davon, dass Jesus, als er die vielen Zuhörenden sah, auf einen Berg stieg, um von dort zu allen zu reden. Die Parallele zu Moses und dem Berg Sinai ist erwünscht; das Thema seither vielzitiert: Die Menschen können, wenn sie wollen, Salz der Erde und Licht der Welt sein. Gedanken dazu von der Vorarlberger Theologin, Religionspädagogin und Psychotherapeutin Helga Kohler-Spiegel.

Bibelessay zu Matthäus 5,13-16

Moderation: Doris Appel

Lebenskunst 9.2.2020 zum Nachhören (bis 8.2.2021):

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