Elija

Politische Konflikte sind nicht nur heute ein heißes – und mitunter auch ein gefährliches Thema. Das war auch schon vor Jahrtausenden, zu Zeiten des Alten Testamentes, der Fall.

Morgengedanken 13.2.2020 zum Nachhören (bis 12.2.2021):

Im 1. Buch der Könige finden wir die Geschichte des Propheten Elija. Sein Name verrät schon den Inhalt der ganzen Elija-Erzählung, Elija bedeutet: Mein Gott ist JHWH. Elija stellt sich nämlich vehement gegen König Ahab und dessen Frau Isebel, die den Glauben an JHWH aufgegeben haben, um Baal und Aschera anzubeten.

Dietmar Stipsits
ist Pfarrer im Seelsorgeraum Bad Tatzmannsdorf, Bernstein und Mariasdorf

Völlige Finsternis

Dieser Konflikt führt letztlich zu einer Morddrohung Isebels an Elija. Elija muss in die Wüste flüchten und resigniert dort völlig: „Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter“ (1 Kön 19,4). Tiefste Depression würden wir heute dazu sagen, völlige Finsternis. In dieser finsteren Lebenskrise Elijas begegnet er einem Engel, der ihm aufträgt, sich zu stärken und zum Gottesberg Horeb zu gehen. Dort begegnet ihm Gott in einem „sanften, leisen Säuseln“. Durch diese Gottesbegegnung ermutigt, spürt Elija frische Kraft und neuen Mut in sich, um wieder für JHWH einzutreten und seinen Auftrag fortzusetzen.

Elija wird in seiner aussichtslosen Depression von Gott nicht allein gelassen. Elija erlebt in seiner Ohnmacht: „Du, Gott, führtest mich hinaus ins Weite... Du machst meine Finsternis hell“.