Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit – Das klingt gewichtig, das klingt wichtig und es ist ein Begriff, der für alles Mögliche und Unmögliche herhalten muss.

Morgengedanken 20.2.2020 zum Nachhören (bis 19.2.2021):

Ich gestehe: Ich habe es nicht gewusst, dass es einen Welttag der sozialen Gerechtigkeit gibt, den wir heute, am 20. Februar begehen. 2009 von den Vereinten Nationen eingeführt, soll dieser Tag jedes Jahr das Leitbild der sozialen Gerechtigkeit thematisieren. Deren Grundsätze sind: Fairness, Demokratie, Partizipation, Transparenz, Rechenschaftspflicht und die Einbeziehung aller.

Bernhard Loss
ist Kirchenmusikreferent der Diözese Feldkirch in Vorarlberg

Einsatz für Gerechtigkeit

Das klingt gut und nachvollziehbar und wohl jede politische Partei – nicht nur in Österreich - wird sich für die soziale Gerechtigkeit einsetzen. Doch wie so oft, wird erst bei der konkreten Umsetzung deutlich, was für unterschiedliche Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit existieren: Welche Maßnahmen fördern die soziale Gerechtigkeit, welche behindern oder verhindern sie? Was für die einen eine überfällige Maßnahme zur Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit ist, ist für die anderen eine zusätzliche Belohnung jener, für die der Staat sowieso schon viel, ja zu viel, aufwende.

Diese Fragen der sozialen Gerechtigkeit sind auch aktuell im Zusammenhang mit der anstehenden Ökologisierung des Steuersystems: Wie kann das Ziel des Klimaschutzes erreicht werden, ohne einzelne Bevölkerungsgruppen und Regionen über die Maßen zu belasten und ohne diejenigen zu bevorzugen, die schon bisher privilegiert waren? Als Christ ist Jesus für mich Orientierung: In seinem öffentlichen Auftreten spricht er vom gerechten Gott, der sich besonders der Armen und Rechtlosen annimmt. Und Jesus handelt auch so. Sein Beispiel zeigt mir, dass Glaube und der Einsatz für Gerechtigkeit zusammengehören. Dietrich Bonhoeffer sprach vom „Beten und Tun des Gerechten“ - sie beide helfen mit, die Gerechtigkeit Gottes Wirklichkeit werden zu lassen.