Satt ist gut, Saatgut ist besser

Viel ist die Rede davon, dass die coronabedingte Wirtschaftskrise eine neue Armut schafft. Wenn das schon in reichen Industrieländern des Nordens so ist – was wird dann aus den Ländern des Südens?

Morgengedanken 16.5.2020 zum Nachhören (bis 15.5.2021):

In Ostafrika bin ich geboren. Genau gesagt in Äthiopien. Einer der ärmsten Staaten der Welt. Ich sehe noch meine Mutter vor mir auf der Hausterrasse. Wie sie die Wunden der Feldarbeiter verband, halb verhungerte Kinder rettete und Medikamente verteilte. Inzwischen geht vieles besser. Mädchen können zur Schule gehen und Frauen kämpfen verstärkt um ihre Rechte. Aber die Bauern leiden unter dem Klimawandel. Eine große Heuschreckenplage verursacht Hunger und Armut. Das Gesundheitssystem ist die Achillesferse des Landes. Wenn die Corona-Pandemie sich ausbreitet, werden viele Menschen sterben.

Michael Meyer
ist evangelisch-lutherischer Pfarrer in Dornbirn in Vorarlberg

Der Armutsfalle entkommen

Die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ hat ein Projekt gestartet. Wir sammeln Spenden unter dem Motto: „Satt ist gut, Saatgut ist besser.“ Ein Projekt, das Frauen helfen kann, der Armutsfalle zu entkommen. Mit dürreresistentem Saatgut und Nutztieren wie Hühnern und Ziegen wird ausgeholfen. Bis die Menschen sich selbst helfen können, statt von den Lieferungen internationaler Hilfsorganisationen abhängig zu sein.

Mich berührt es immer wieder, dass in der Heimat einer der ältesten christlichen Kirchen und Kulturen so viel Not und Elend herrschen. Äthiopien hat mich darum ein Leben lang nicht losgelassen. Darum bitte ich heute auch Sie, helfen Sie zu helfen.

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Brot für die Welt Österreich