„Auf das Leben!“

Themen: Paul M. Zulehner über Theisten; Riten um den Johannistag; 70. Geburtstag von Paul Chaim Eisenberg; Bibelessay von P. Karl Schauer

Gottesbildergalerie – Bilder einer Ausstellung der österreichischen Seele, Teil IV

Nach langen Jahren als Seelsorger und Forscher, als Priester, Theologe und Religionssoziologe, beschreibt Paul Michael Zulehner Gott als „GeHEIMnis, in dem ich mit meiner kosmisch unbehausten Seele daHEIM sein kann. Noch mehr, er ist für mich wie das Wasser, in dem ich als Fisch schwimme, ohne das Wasser zu merken, doch: manchmal als starke Strömung, vorantreibend, abbremsend, die Richtung verändernd“.

Buchhinweis:
Paul M. Zulehner, „Wandlung. Religionen und Kirchen inmitten kultureller Transformation. Ergebnisse der Studie Religion im Leben der Östereicher*innen 1970-2020“, Matthias-Grünewald-Verlag

Jahrzehntelang hat sich der „Soziologe Gottes“ mit „Gott“ und dem Glauben der Menschen an ihn beschäftigt, nachzulesen unter anderem in der vor Kurzem erschienenen Langzeitstudie „Religion im Leben der Österreicher/innen 1970-2020“.

In den Juni-Ausgaben der LEBENSKUNST lädt Paul Michael Zulehner ein, Räume einer „Gottesbildergalerie der österreichischen Bevölkerung“ zu besuchen, dieses Mal den Raum der Theisten.

Gottesbildergalerie - Theisten

Feuer für die Sonne – “Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“

Rund um den 21. Juni sind die Tage mit Sonnenlicht am längsten, bevor sie nach Sommerbeginn wieder abnehmen und erst nach der Wintersonnenwende um den 21. Dezember wieder länger werden. Im christlichen Kontext ist die Zeit der Sommersonnenwende eng mit dem Hochfest der Geburt von Johannes dem Täufer verknüpft. Der sogenannte Johannistag wird am 24. Juni gefeiert, genau ein halbes Jahr vor Weihnachten. Von Johannes dem Täufer ist im Neuen Testament in Bezug auf Jesus folgende Aussage überliefert: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30) Und so werden nach dem Johannistag auch die Tage wieder kürzer. Dass der Täufer – der übrigens mit dem Evangelisten Johannes nicht identisch ist – mit Feuern und Kräutern in Zusammenhang gebracht wird, liegt u.a. an der Lichtsymbolik des Festes rund um die Sommersonnenwende. Ein Einblick in vorchristliche und christliche Riten. - Gestaltung: Kerstin Tretina

„Auf das Leben!“ - Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg feiert 70. Geburtstag

„Auf das Leben! Witz und Weisheit eines Oberrabbiners“ – dieser Buchtitel charakterisiert im Wesentlichen schon den Autor, den langjährigen Oberrabbiner von Wien, Paul Chaim Eisenberg. Am 26. Juni feiert er seinen 70. Geburtstag. Er studierte Mathematik, absolvierte dann das Rabbinatsstudium in Jerusalem. 1983 übernahm er das Amt des Oberrabbiners in Wien von seinem Vater Akiba Eisenberg, der die Israelitische Kultusgemeinde in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut und 35 Jahre lang geleitet hatte.

Lebenskunst
Sonntag, 21.6.2020, 7.05 Uhr, Ö1

Ein Dritteljahrhundert lang, von 1983 bis 2016, war der Vater von sechs Kindern Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien; ab 1988 auch Oberrabbiner des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs. In dieser Funktion setzte er sich auch für den interreligiösen Dialog ein. Legendär sind zudem seine Auftritte mit der multikulturellen und religions- und konfessionsübergreifenden Band „Shalom! Music between Friends“, die aus hochkarätigen Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen zusammengesetzt ist. Darüber hinaus hat Paul Chaim Eisenberg mit Hilfe seines Humors vielen Menschen „Jiddischkeit“ nähergebracht und zum Gespräch und zur Annäherung zwischen den Religionen beigetragen. Maria Harmer hat ein Porträt des Wiener Rabbiners zu seinem 70. Geburtstag gestaltet.

Fürchtet euch nicht! – Bibelessay zu Matthäus 10,26-33

Über 100 Mal steht in den Büchern der Bibel zu lesen „Fürchte dich nicht!“ oder „Fürchtet euch nicht!“. Und stets soll damit ein Mensch innerlich gestärkt werden, sein Leben frei und aufrecht leben zu können. Auch in jener Stelle aus dem Matthäusevangelium, die am 21. Juni in den katholischen Messen gelesen wird. Der Benediktinerpater Karl Schauer, in der Diözese Eisenstadt als Bischofsvikar für die Bereiche Wallfahrtswesen, Tourismusseelsorge und Berufungspastoral zuständig, weiß sehr wohl, dass die Worte „Fürchtet euch nicht!“ haargenau in diese Zeit passen, er fügt in seinem Bibelessay aber noch weitergehende persönliche Gedanken an.

Bibelessay zu Matthäus 10,26-33

Moderation: Brigitte Krautgartner

Lebenskunst 21.6.2020 zum Nachhören (bis 20.6.2021):

Link:

Israelitische Kultusgemeinde Wien

Buchhinweise:

  • Paul Chaim Eisenberg, „Auf das Leben! Witz und Weisheit eines Oberrabbiners“, Christian Brandstätter Verlag
  • Paul Chaim Eisenberg, „Das ABC vom Glück. Jüdische Weisheit für jede Lebenslage“, Christian Brandstätter Verlag
  • Paul Chaim Eisenberg, „Erlebnisse eines Rabbiners. Geschichte und Geschichten“, in Zusammenarbeit mit Evelyn Adunka, Molden Verlag