Selbstliebe und Nächstenliebe

Es sind Wege zu sich selbst, die Sissy Sonnleitner gefunden hat, die sie teilt. Blog statt Haubenküche, mit Rezepten fürs Leben und das Frau-sein – so lautet jetzt die Devise, wie sie in ihren Morgengedanken ausführt.

Morgengedanken 30.6.2020 zum Nachhören (bis 29.6.2021):

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Der erste Teil scheint verständlich. Der Nachsatz beschreibt aber das eigentliche Fundament der Liebe – die Selbstliebe. Der Weg zur Selbstliebe beginnt mit der Frage „Wer bin ich?“. Sie führt dich an den Ort, an dem deine Seele sein kann. Dein Ich bin. Dein Gott als Du in dir.

Sissy Sonnleitner
ist Haubenköchin in Kötschach-Mauthen in Kärnten

Seele öffnen

Selbstliebe ist meiner Erfahrung nach der Einstieg in alle Wandlungsprozesse. Für mich bedeutet das: Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben; Mein Selbstwert ist nicht von Anerkennung von außen abhängig; Ich löse mich von Glaubenssätzen wie „Das kann ich nicht.“ „Ich trau’ mich nicht.“ „Ich bin nicht schön, schlank, gescheit genug...“ Also von Prägungen, die wir aus Kindheit, Schule und Jugend mitgenommen haben. Aus einer Zeit, da wir in der Bestimmung unseres Selbstwertes von anderen abhängig waren.

Selbstliebe bedeutet für mich, dass ich meine Seele für alles in mir und an mir öffne. Für die schönen und die hässlichen, die hellen und die dunklen Seiten. Für die Fülle und die Leere, die Wut, den Schmerz und den Frieden. Wenn ich erkenne, dass all das in mir ist, kann ich auch für Menschen in meinem Umfeld größere Toleranz aufbringen. Wenn ich erkenne, dass mich die Bequemlichkeit meines Gegenübers deshalb so aufregt, weil ich selbst gerne ein etwas bequemeres Leben hätte, dann habe ich das Spiegelbild des Lebens verstanden.