Freundschaften

Freunde zu finden und dann diese Freundschaften zu pflegen, ist nichts Selbstverständliches.

Morgengedanken 7.7.2020 zum Nachhören (bis 6.7.2021):

Heute hat meine Freundin Anna Geburtstag. Sie ist auch ein Geschenk des Lebens an mich. Als ich mit 18 vom niederösterreichischen Land in das Studentenheim in Linz gezogen bin, war sie eine der ersten, die mich zu einem sogenannten Stockwerkskaffee eingeladen hat.

Christine Haiden
ist Chefredakteurin der Zeitschrift „Welt der Frauen“ in Linz

Einladen, mitnehmen, auffangen

Das war wichtig, denn auf diese Art lernte man Mitstudenten kennen. Man wurde integriert. Mein Lebensweg wäre ohne sie ganz anders verlaufen. Sie hat mich für Aufgaben in der Studentengemeinde vorgeschlagen, sie hat mich zu Festen mitgenommen, sie wurde mir Vertraute und sie hat mich immer mit Humor aus meinen Sackgassen herausgeholt.

Gerade, wenn wir irgendwo neu sind, braucht es Menschen, die uns einladen, mitnehmen, auffangen. Es gab einige solche Türöffner-Menschen in meinem späteren Leben. Wenn man mit 18 von daheim weggeht, sind die ersten Freundschaften die wichtigsten. Sie prägen und halten ein ganzes Leben lang. Nach dem Studium haben Anna und ich sogar ein paar Jahre gemeinsam gewohnt. Dann haben sich unsere Wege getrennt, nicht aber unsere Bindung. Anna ist ein Lebensmensch geblieben.