Im Fokus – Religion und Ethik 14.2.2024

Kirche und Proletariat

Aktuell im Fokus: Segnung für Paare | Thema im Fokus: 90 Jahre Februar-Kämpfe | Serie: Verehrt, verdammt, vergessen – Heiliger Valentin

Aktuell im Fokus: Segen für alle Paare?

Papst Franziskus hat Mitte Dezember den Weg für die Segnung u.a. homosexueller Paare in der katholischen Kirche unter bestimmten Bedingungen geebnet. Die diesbezügliche Erklärung „Fiducia supplicans“ wurde vom vatikanischen Dikasterium für die Glaubenslehre veröffentlicht. Darin ist von der „Möglichkeit der Segnung von Paaren in irregulären Situationen und von gleichgeschlechtlichen Paaren“ die Rede. Das Dokument hat innerhalb der katholischen Weltkirche für heftige Debatten und Kritik gesorgt und eine große Bandbreite an Reaktionen ausgelöst. Und auch nach weiteren „Präzisierungen“ aus dem Vatikan herrscht weiterhin Verwirrung, was genau in welcher Form und in welcher Kürze nun erlaubt ist. Ob und wie sich das heuer beim Valentinssegen im Wiener Stephansdom ausgewirkt hat, berichtet Alexandra Mantler.

Dazu im Schaltgespräch mit Alexandra Mantler: der Bischof der Diözese Innsbruck Hermann Glettler, der innerhalb der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie zuständig ist

Thema im Fokus: Kirche und Proletariat – Analyse einer Feindschaft

Im Februar 1934 eskaliert die schon seit Jahren höchst angespannte innenpolitische Situation in Österreich: Es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Republikanischen Schutzbund (der sozialdemokratischen „Parteiarmee“) auf der einen Seite und dem Bundesheer (unterstützt von den Heimwehren) auf der anderen Seite.
„Im Fokus“ steht dabei die Rolle der römisch-katholischen Kirche in den „Februar-Kämpfen“ vor genau 90 Jahren – war sie doch eine wesentliche Stütze des autoritären Regimes von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, der kein halbes Jahr später bei einem nationalsozialistischen Putschversuch ermordet werden sollte.

Im Fokus
Mittwoch, 14.2.2024, 16.05 Uhr, Ö1

Die Feindschaft zwischen „Roten“ und „Schwarzen“ hat bis tief in die Zweite Republik fortgewirkt. Dahinter stehen auf der einen Seite die im Kern atheistischen Lehren von Karl Marx – und damit ein tief verwurzelter Antiklerikalismus. Auf der anderen Seite hat die römisch-katholische Kirche die sozialen Umwälzungen der Industrialisierung lange Zeit ignoriert – und sich speziell in Österreich ganz auf ihr bürgerlich-bäuerliches Stammpublikum konzentriert. Erst 1891 hatte sie mit dem päpstlichen Schreiben „Rerum Novarum“ offiziell eine eigene „Soziallehre“ zu entwickeln begonnen – fast ein halbes Jahrhundert nach dem „Kommunistischen Manifest“ von 1848. – Gestaltung: Markus Veinfurter

Serie: Verehrt, verdammt, vergessen – Hätten Sie diese Person gekannt?

Der Heilige Valentin: Es gibt den christlichen Priester Valentin von Rom und den Bischof Valentin von Terni. Die 1913 erschienene „Catholic Encyclopedia“ führt sogar noch einen dritten Valentin aus Afrika an. Und weil es darum etwas unübersichtlich ist, welcher Valentin denn nun DER Heilige Valentin ist, wurden er mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil aus dem Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen. Aber die Legende wird weiterhin erzählt und gefeiert. – Gestaltung: Alexandra Mantler

Moderation: Judith Fürst