Dienstag, 13.2.2024, Markus Schlagnitweit

Faschanc

Weil der heurige Fasching zu Ende geht, nimmt das der katholische Theologe Markus Schlagnitweit zum Anlass, der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „Fasching“ einmal nachzugehen,- und er beginnt seine Überlegungen in einer britischen Institution.

„Last Order!“ – Mit diesem Ruf wird in vielen englischen Pubs immer noch die legendäre Sperrstunde ab 23:00 Uhr eingeläutet. Und das, obwohl diese Sperrstunde schon vor gut 20 Jahren offiziell abgeschafft wurde! Nur eine Minderheit von Pubs hat seither längere Öffnungszeiten beantragt. Zumeist werden dafür wirtschaftliche Gründe genannt: Längere Öffnungszeiten würden sich angesichts hoher Personalkosten nicht wirklich rechnen.

Beginn einer anderen Zeit

Markus Schlagnitweit
ist Priester und Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs

Vielleicht gibt es aber noch einen ganz anderen – übrigens auch wirtschaftlichen – Grund: Was unbegrenzt vorhanden ist, hat keinen Preis. Nur was begrenzt ist, hat auch Wert. Ob das letzte Bier vor der Sperrstunde wirklich besser schmeckt, ist schwer zu sagen, aber es hat offensichtlich eine eigene, besondere Qualität.

„Last Order – letzte Runde!“ – Dieselbe Bedeutung hat übrigens unser Wort „Fasching“: Im Mittelalter sagte man noch „faschanc“ und meinte damit „Fastenschank“, also die letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der damals noch strengen Fastenzeit.

Heute gelten so strenge Fastengebote zwar nicht mehr. Dennoch ist die besondere Qualität des Faschings untrennbar damit verbunden, dass er begrenzt ist und nicht einfach das ganze Jahr andauert. Deshalb: Lassen Sie es noch einmal so richtig krachen! Genießen Sie Krapfen, Sekt und ausgelassene Maskeraden! Denn morgen beginnt eine andere Zeit.