Mittwoch, 14.2.2024, Markus Schlagnitweit

Asche

Für viele Christinnen und Christen in aller Welt hat die Fastenzeit begonnen. Sechs Wochen noch bis Ostern – Zeit, sich auf das zu besinnen, was wirklich zählt im Leben.

Am Faschingsdienstag noch pure Lebenslust – am Aschermittwoch: Erinnerung der eigenen Vergänglichkeit. „Staub bist du, und zu Staub kehrst du zurück!“, spricht der Priester und streut den Bußfertigen Asche aufs Haupt…

Moment mal: Asche! Das ist nicht Staub! Staub kann alles Mögliche sein: Abfall, Schmutz, wertlos, zu nichts nutze. Asche hingegen – das ist das, was bleibt, wenn etwas durchs Feuer gegangen ist, und durchaus noch zu gebrauchen. Ausgestreut auf vereisten Wegen gibt Asche Halt, als Scheuer- und Reinigungsmittel dient sie der Hygiene, als mineralischer Dünger fördert sie neues Leben.

Der innerste Sinn und Zweck des Lebens

Markus Schlagnitweit
ist Priester und Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs

Bedenke, Mensch, also nicht einfach deine Vergänglichkeit! Bedenke vielmehr, was bleibt – von dir und deinem Leben! Was davon bleibt von Nutzen und Wert für andere, für jene, die nach dir kommen? Oder anders: Was ist der innerste Sinn und Zweck deines Lebens?

Solche Fragen sind eine Zumutung, gewiss! Sie stellen vieles in Frage, wonach wir streben, wofür wir Lebenszeit und -energie investieren, und andere hohe Preise bezahlen. Solche Fragen können auch weh tun. Manche versuchen deshalb, sie zu verdrängen: an besagtem Tag vor allem durch üppige Heringsschmäuse.

Aber Sinnlichkeit kann Sinn nicht ersetzen. Spätestens am Abend des Lebens stellt sich die Frage danach. Und dann wüsste ich lieber früher als zu spät eine Antwort darauf.