Samstag, 17.2.2024, Markus Schlagnitweit

Umkehr

Die Fastenzeit sollte mehr sein, als ein paar Wochen den Speisezettel zusammenzustreichen. Es könnte um ganz grundlegende Dinge gehen, meint Markus Schlagnitweit, der Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs.

Die christliche Fastenzeit ist stets verknüpft mit einem Aufruf zur Neuordnung des eigenen Lebens. In der religiösen Sprache steht dafür der Begriff der „Umkehr“, in der griechischen Bibel „metánoia“ – wörtlich zu übersetzen mit „neu erkennen“ bzw. „anders, also neu denken“. In diesem Sinn meint Umkehr nicht so sehr die Rückkehr von einem Irrweg in die allgemeine Norm, sondern eher das Einschlagen einer komplett neuen Lebensrichtung, weil man eine neue Weltsicht gewonnen und erkannt hat, dass der bisherige Weg nicht mehr sinnvoll und gut weiterführt.

Ausblick auf eine bessere Zukunft

Markus Schlagnitweit
ist Priester und Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs

Umkehr zielt nicht auf ein Zurück in traditionelle Gleise, sondern auf einen neuen Weg. Nicht der moralische Zeigefinger oder eigenes Schuldbewusstsein gibt also die Richtung und den Beweggrund zur christlichen Umkehr an, sondern der Ausblick auf eine bessere Zukunft.

Nun: Wer wollte ernsthaft bestreiten, dass vor allem unser westlicher Lebensstil einer grundlegenden Neuausrichtung bedarf? Gelingen kann diese aber nur mit der richtigen Motivation: Nicht Angst vor Katastrophen ist dazu angetan, sondern die Hoffnung auf ein besseres, gerechteres und vor allem sinnvolleres neues Leben. Die Nahrung für diese Hoffnung beziehen Christinnen und Christen aus dem Glauben an die Auferstehung. Darum läuft die Fastenzeit ja auf Ostern zu.