„Gedanken für den Tag“

Samstag, 15.12.2018, Kurt Remele

Gott ist Mensch und Mann geworden

Einen Tag vor Heiligabend des Jahres 1959 war der reformierte Theologe Karl Barth auf dem Titelblatt des deutschen „Spiegel“ zu sehen. Im Blattinneren wurde man unter anderem darüber informiert, dass Barths monumentale „Kirchliche Dogmatik“ nicht nur diffizile theologische Fragen behandeln würde, sondern auch ethische Probleme der Sexualität und der Tiertötung. 

Freitag, 14.12.2018, Kurt Remele

„Hippie-Mönch“ und „unbequemer Störenfried“

Der US-amerikanische Schriftsteller Edward Rice bezeichnete seinen Freund Thomas Merton einmal als „Buddhist Catholic Hippie Monk“. Da ist was dran: Merton war vom Zen-Buddhismus angezogen und tat auch sonst manches, was gehorsame Mönche traditionellerweise nicht tun. 

Donnerstag, 13.12.2018, Kurt Remele

Dialektische Theologie und Zen-Meditation

Die Hauptwerke des calvinistischen Theologen Karl Barth sind durch die Betonung der Jenseitigkeit Gottes geprägt. Das gilt vor allem für die zweite Fassung seines „Römerbriefes“. Es ist aber auch für die zwischen 1932 und 1967 erschienenen Bände seiner „Kirchlichen Dogmatik“ zutreffend, selbst wenn Barth darin die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus stärker betont. 

Mittwoch, 12.12.2018, Kurt Remele

Himmlischer Heerführer

In einer am Nordostrand des Ruhrgebiets gelegenen Garnisonkirche habe ich Anfang der 1990er Jahren selbst erfahren, wie rasch eine bestimmte Vorstellung von Gott hervorgerufen werden kann. 

Dienstag, 11.12.2018, Kurt Remele

Drei Bekehrungen und zwei Kriege

„Am letzten Tag des Januar 1915, im Zeichen des Wassermanns, in einem Weltkriegsjahr und im Schatten französischer Berge nahe der spanischen Grenze, kam ich zur Welt“: Mit diesem Satz beginnt „Der Berg der sieben Stufen“, Thomas Mertons 1948 erschienene Autobiografie, in der er seine Bekehrung vom freigeistigen Bohemien zum katholischen Mönch beschreibt. Das Buch wurde ein Bestseller. 

Montag, 10.12.2018, Kurt Remele

Ein Traum und zwei Todesfälle

Zum 50. Todestag von Thomas Merton und Karl Barth. „Karl Barth hatte einen Traum über Mozart“: Mit diesem Satz beginnt die Auswahl von Tagebuchaufzeichnungen Thomas Mertons, die 1966 unter dem kryptischen Titel „Conjectures of a Guilty Bystander“, Mutmaßungen eines schuldigbewussten Zuschauers, erschienen ist. 

Freitag, 7.12.2018, Cornelius Hell

20 Jahre Exil

„Für mich gehört der Glaube zu den Grundlagen und Grundfesten des Lebens eines Menschen.“ Diesen Satz hat Alexander Solschenizyn 2007, ein Jahr vor seinem Tod, in einem Spiegel-Interview ausgesprochen. 

Donnerstag, 6.12.2018, Cornelius Hell

Ein Wort Wahrheit...

Zum 100. Geburtstag von Alexander Solschenizyn: „All jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, um dies zu erzählen. Sie mögen mir verzeihen, daß ich nicht alles gesehen, nicht an alles mich erinnert, nicht alles erraten habe“. 

Mittwoch, 5.12.2018, Cornelius Hell

Stalinistisches Straflager

Das Signal zum Wecken wurde, wie immer, um fünf Uhr morgens gegeben – durch einen Hammerschlag auf ein Stück Eisenbahnschiene, die bei der Kommandanturbaracke hing. Der glockenartig an- und abschwellende Ton drang nur schwach durch die mehr als zolldick vereisten Fensterscheiben und verebbte dann bald. Es war kalt, und dem Wachtposten war nicht nach weiterem Hämmern zumute. 

Dienstag, 4.12.2018, Cornelius Hell

Dass alle alles angeht

“Die Rettung der Menschheit besteht gerade darin, dass alle alles angeht.” Diese Überzeugung, die Alexander Solschenizyn in seiner Rede zur Verleihung des Literaturnobelpreises aussprach, prägt eine seiner bekanntesten Erzählungen: „Matrjonas Hof“. 

Montag, 3.12.2018, Cornelius Hell

Die Rettung der Menschheit

Zum 100. Geburtstag von Alexander Solschenizyn: Der russische Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn ist ein großer Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts und eine Schlüsselfigur, um die Sowjetunion und auch das heutige Russland zu verstehen. 

Samstag, 1.12.2018, Clemens Kriz

Wertvolle Zeit

Gerade rund um den Welt-Aidstag, da ziehen so die Gesichter an mir vorbei... 

Freitag, 30.11.2018, Gery Keszler

Seelenruhe für Tote und Lebendige

Die Zeiten ändern sich und die Zeiten ändern uns. Und zum zweiten Mal öffnet sich der Stephansdom für die Anliegen meines Vereins Life+. 

Donnerstag, 29.11.2018, Clemens Kriz

Die ersten Jahre

Wenn ich so zurück schaue auf diese Jahre, dann sind es unheimlich intensive Jahre gewesen, wobei es sich jetzt natürlich total verändert hat. Das heißt, die ersten Jahre waren wirklich hauptsächlich geprägt vom Spital, von Betreuung und Begleitung. Und die sind auch alle gestorben. 

Mittwoch, 28.11.2018, Philipp Hochmair

Konfrontation mit dem Tod

Also Jedermann stirbt ja jeden Abend an der Aufführung. Es ist jeden Abend eine Konfrontation mit dem Tod. Und die eigene Verwundbarkeit oder die eigene Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit wird mir da jeden Abend wieder aufs Neue vor Augen geführt. 

Dienstag, 27.11.2018, Clemens Kriz

Besetzt mit Vorurteilen

Dass der Welt-Aids-Tag gefeiert wird, ist gut. Und es war damals notwendig, den einzuführen. 

Montag, 26.11.2018, Philipp Hochmair

Gedanken zum Welt-AIDS-Tag

Ein ganz großer Tag. Man gedenkt dieser Krankheit, man denkt über sich selber nach, man stellt Fragen, die man vielleicht im Alltag wegdrückt, und gibt diesen Fragen Raum. 

Samstag, 24.11.2018, Michael Bünker

Gründung der Universität

Zum 250. Geburtstag von Friedrich Schleiermacher: Seine größte Wirksamkeit entfaltete Friedrich Schleiermacher ab 1807 in Berlin. Er war beteiligt an der Gründung der Universität, er wurde Professor, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche. 

Freitag, 23.11.2018, Michael Bünker

Glaube und Vernunft

Für Friedrich Schleiermacher war es gar keine Frage: Die Theologie gehört an die Universität, gehört in den Kreis der Wissenschaften. Denn es kann keine Religion ohne kritische Reflexion, ohne vernünftiges Denken geben und es soll auch umgekehrt keine Wissenschaft geben, die nicht offen ist für die Fragen der Religion. 

Donnerstag, 22.11.2018, Michael Bünker

Reden über die Religion

Schleiermachers „Reden über die Religion“ setzen mit einer schonungslosen Diagnose ein. Gleich zu Beginn heißt es: „Jetzt besonders ist das Leben der gebildeten Menschen fern von allem, was der Religion auch nur ähnlich wäre“, und weiter: „das irdische Leben ist doch so reich und vielseitig“, dass niemand mehr „der Ewigkeit bedarf“.