„Gedanken für den Tag“

Samstag, 21.7.2018, Ulrike Bechmann

Versöhnung

Versöhnung ist ein großes Wort, leicht gefordert, aber so schwer, wenn man von Gewalt betroffen ist. Südafrika musste einen Weg suchen, die Jahrzehnte der Gewalt gegen Menschen, deren Hautfarbe nicht als „weiß“ eingestuft wurde, mit in die Zukunft zu nehmen. Rache und Gegengewalt hätten jeden Versuch eines neuen Staates von vornherein zerstört. 

Freitag, 20.7.2018, Ulrike Bachmann

Umkehr

Frederik Willem de Klerk, Präsident des Apartheidstaates Südafrika, und Nelson Mandela, zentrale Oppositionsfigur gegen die Apartheid dieses Staates – zwei unterschiedlichere Menschen kann man sich wohl kaum vorstellen. 

Donnerstag, 19.7.2018, Ulrike Bechmann

Religionskritik

Im Widerstand gegen die Apartheid kämpften Menschen mit ganz unterschiedlichen religiösen Überzeugungen. Mandela war Christ, aber er war offen für Menschen aller Glaubensrichtungen oder auch ohne Religionsbindung. Im Gefängnis ermutigte Mandela die Mitgefangenen zu den religiösen Feiern anderer Glaubensrichtungen zu gehen, um sie kennenzulernen. 

Mittwoch, 18.7.2018, Ulrike Bechmann

Hass verlernen

Nelson Mandela wurde von der südafrikanischen Regierung zu lebenslanger Haft verurteilt und eingesperrt. Wie verzweifelt man in so einer Gefangenschaft nicht, wenn man keine Ahnung hat, ob es je ein anderes Leben geben wird? 27 Jahre lang den Kampf aufrecht zu erhalten, so viel Blut und Tränen und Tote zu erleben. 

Dienstag, 17.7.2018, Ulrike Bechmann

Gewaltloser Widerstand

Ende der 1990er Jahre besuchte ich Robben Island, die Insel vor Kapstadt, wo Nelson Mandela gefangen gehalten wurde. Schon die etwas stürmische Überfahrt mit dem Schiff ließ erahnen, dass es hier kein Entrinnen durch Schwimmen gegeben hätte. 

Montag, 16.7.2018, Ulrike Bechmann

Menschlichkeit

Es gibt viele besondere Menschen, die sich durch menschliche Größe auszeichnen. Aber die wenigsten werden berühmt. Nelson Mandela, der am 18. Juli 2018 100 Jahre alt geworden wäre, zählt zweifellos zu den Menschen, die Geschichte schrieben und weltweit Bekanntheit erlangten. 

Samstag, 14.7.2018, Gernot Candolini

Gebaute Musik - Stephansdom

Es ist schon ein eigenes Gefühl, sich in eine der Bänke des Stephansdomes zu setzen und sich dabei vorzustellen, dass Wolfgang Amadeus Mozart hier Konzerte dirigiert hat, oder dass Josef und Michael Haydn oder Franz Schubert hier im Knabenchor gesungen haben, oder dass Anton Bruckner hier die Orgel gespielt hat. Dabei ist der Stephansdom wie jeder Dom auch selbst gebaute Musik. 

Freitag, 13.7.2018, Gernot Candolini

Fantasie und Wirklichkeit - Sagrada Familia

Als der Buchhändler Joseph Bocabella 1874 die Idee hatte, in seiner Heimatstadt Barcelona eine Sühnekirche nach dem Vorbild der Basilika von Loreto zu bauen, ahnte er wohl nicht, was 150 Jahre später daraus gewachsen sein würde. 

Donnerstag, 12.7.2018, Gernot Candolini

Zerstörung und Versöhnung - Vezelay

1946 rief die neugegründete internationale katholische Friedensorganisation „Pax Christi“ zu einer bemerkenswerten Pilgerfahrt auf, zum Kreuzzug des Friedens nach Vezelay in Frankreich. 

Mittwoch, 11.7.2018, Gernot Candolini

Das Wunder des Lichtes - Chartres

In der Kathedrale von Chartres sind noch über 80 Prozent der originalen Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Sie sind wie lebendige Bilder. 

Dienstag, 10.7.2018, Gernot Candolini

Der lächelnde Stein – Reims

An den Portalen und Toren der Kathedralen stehen die Figuren von Königen und Königinnen, von den Ältesten und Heiligen, von Aposteln und Prophetinnen. Diese Menschen aus vergangenen Tagen erinnern mich an die Geschichte und begleiten mich in meinen Gedanken und Überlegungen. 

Montag, 9.7.2018, Gernot Candolini

Die Kathedrale - Heimat der Seele

Kathedralen, Dome, Münster gehören zu den Meisterwerken menschlicher Baukunst. Ihre Größe und Erhabenheit beeindrucken und faszinieren mich und viele andere Menschen. 

Samstag, 7.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo der „Hudler“

Sie wissen ja: Vom Hudeln kommen die Kinder. Das beschauliche Tempo eines Singlelebens, die Romantik der DINKs (Double Income No Kids) nimmt eine neue, ungeahnte, erschreckende Art der Geschwindigkeit an. Man ist nicht selbst-, sondern fremdbeschleunigt. 

Freitag, 6.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo der Blase

Wer keinen Wecker hat, hat eine Blase. Sie gibt das Tempo vor oder inspiriert uns, ohne Erbarmen, mit null Toleranz, zu einer Geschwindigkeit beim Verlassen des Bettes, die durchaus die höchste aller möglichen Geschwindigkeiten sein kann. 

Donnerstag, 5.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo der Löffel

Es gibt den Kreislauf des Lebens und es gibt den eigenen Kreislauf, der einem gehört, der manchmal verrücktspielt oder gerade jetzt, in der Früh, gar nicht so richtig vorhanden ist. Deshalb das Kreisen des Löffels im Kaffee, jenes Löffels, den man offenbar noch nicht abgegeben hat. In einem Kaffee, den die Wiener wohlgemerkt den Armeniern zu verdanken haben. 

Mittwoch, 4.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo der Tiere

Haben Sie keinen Hund oder waren Sie schon Gassi? Auch Hunde sind Menschen, heißt es nicht nur in Wien. Schwingt da etwas Mitleid mit den Hunden mit? Wir können dankbar sein, dass so manche Tiere uns, den Menschentieren, ihr Tempo vorleben, und damit ihren Begriff von Zeit, der nicht der unsere sein muss. 

Dienstag, 3.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo der Trauer

Lassen Sie sich von der sizilianischen Trauermusik in der Morgendämmerung nicht anstecken. Bei jedem Begräbnis geht es schließlich um Auferstehung und genau das ist das Thema. 

Montag, 2.7.2018, Herbert Maurer

Das Tempo des Motors

Wie schnell sind Sie? Zu dieser Tageszeit, da ist der Tag noch nicht einmal ein Tag. Wäre der Tag ein Motor, dann ist er noch sehr kalt und nicht auf Touren. 

Samstag, 30.6.2018, Gustav Schörghofer

Ballaststoffe

Wer viel Zeitung liest, wird entdeckt haben, dass das meiste des Geschriebenen wenig taugt. Sein Nährwert ist gering. Rasch konsumiert, wird es flüchtig verdaut und rasch wieder ausgeschieden. Eine gesunde Verdauung bedarf der Ballaststoffe. Das gilt für geistige Vorgänge ebenso wie für körperliche. Daher hat auch die Zeitungslektüre ihre Bedeutsamkeit, sie liefert Ballaststoffe. 

Freitag, 29.6.2018, Gustav Schörghofer

Zähne wie Perlen

Meine liebste Jesus-Geschichte stammt nicht aus den Evangelien, sondern aus dem Westöstlichen Diwan.