Bayern: Ausstellung im Papst-Geburtshaus

Nach einer Winterpause hat das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. im oberbayrischen Marktl am Inn mit einer Ausstellung wieder seine Tore geöffnet.

Unter dem Titel „Geöffnet sein“ sind bis 31. Oktober Kunstwerke von Friedrich Brunner, Hubert Huber und Michael Lauss zu sehen. Der Titel fußt auf ein Zitat aus Joseph Ratzingers Buch „Einführung in das Christentum“, das vor 50 Jahren erschienen ist. Bis heute wurde es in zahlreichen Neuauflagen gedruckt und in 23 Sprachen übersetzt. Das komplette Zitat lautet „Geöffnet sein am Kreuz“.

Das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. in Marktl am Inn (Oberbayern)

APA/dpa/Armin Weigel

Das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. in Marktl am Inn (Oberbayern)

Bezug auf Ratzingers Aussagen

Die Künstler beschäftigen sich laut einer Ankündigung vom Mittwoch seit Jahren mit dem Kreuz. Die Aussagen Ratzingers regten sie zu Fragen an, die für Menschen von existenzieller Bedeutung seien. Außerdem ließen sie sich von dem heiligen Bruder Konrad (1818-1894) inspirieren, der vor 200 Jahren geboren wurde. Von ihm stammen die Worten „Das Kreuz ist mein Buch. Ein Blick auf das Kreuz lehrt mich bei jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe.“

Der Kapuzinerbruder Konrad wurde als Johannes Birndorfer 1818 im Rottaler Weiler Parzham geboren. Er war das elfte von zwölf Geschwistern. Mit 31 Jahren ging der Bauernsohn ins Kloster und nahm den Ordensnamen Konrad an. 41 Jahre lang verrichtete er seinen Dienst an der Pforte des Altöttinger Sankt-Anna-Klosters, meist 18 Stunden am Tag.

Dabei wandte er sich vor allem den Armen, Kindern und Handwerksburschen unter den Pilgern zu. Der Ordensmann wurde 75 Jahre alt. Seine Heiligsprechung erfolgte 1934 im Widerspruch zum Nationalsozialismus. An der Feier in Altötting nahm damals auch der siebenjährige Joseph Ratzinger teil.

Geburtshaus seit 2007 geöffnet

Das Geburtshaus von Benedikt XVI. war einen Tag vor dem 80. Geburtstag des ehemaligen Papstes am 15. April 2007 offiziell als Begegnungsstätte eröffnet worden. Das 1701 erbaute Haus soll den Besuchern das Leben des Papstes mit zahlreichen Bildern, Exponaten und Texten näherbringen. Regelmäßig finden hier Ausstellungen und Führungen statt.

religion.ORF.at/KAP/KNA

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