Stift Altenburg zeigt hochkarätige Barocksammlung

Die Sammlung Arnold, die mit mehr als 200 Gemälden wichtigste Barocksammlung Österreichs in Privatbesitz, wird ab Samstag im Benediktinerstift Altenburg in Niederösterreich der Öffentlichkeit präsentiert.

Stift Altenburg, Kunstkennern bekannt für seine Kuppelfresken Paul Trogers, wartet ab 16. Juni mit weiteren Highlights aus dieser Kunstepoche auf. Für diese einzigartige Schenkung des Innsbrucker Sammler-Ehepaares Herta und Konrad Arnold seien bisher nicht zugängliche Galerieräume im Kaisertrakt des Stiftes adaptiert worden, teilte die Diözese St. Pölten in ihrer Ankündigung mit.

Schenkung an Benediktinerstift

„Dramatik und Ausdrucksstärke, expressive Lichtführung, glühende Farben und stimmungsvolle Innigkeit charakterisieren die österreichische und süddeutsche Malerei zur Zeit des Barock“, hieß es weiter. Dieser Faszination könne sich das Ehepaar Arnold seit mehr als 40 Jahren nicht entziehen; neben seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Kunst des Alpenraums zwischen 1600 und 1800 entfalteten die Arnolds eine intensive Sammeltätigkeit.

Galerieraum Stift Altenburg

Andreas Anker

Galerieraum des Stifts Altenburg

Die bis heute auf mehr als 200 Gemälde angewachsene Sammlung hat das Ehepaar Arnold nun dem Stift Altenburg geschenkt. Mit dem Sammlungsschwerpunkt auf Tiroler Barockmalerei und dem künstlerischen Umfeld Paul Trogers habe sich im niederösterreichischen „Trogerstift“ ein idealer Anknüpfungspunkt für eine neue Dauerausstellung geboten.

Von Andachtsbildern bis Deckenfresken

„Mein Zugang zu den Kunstwerken war nie berechnend, analytisch oder akademisch - sondern intuitiv, eigentlich regelrecht sinnlich“, berichtete Konrad Arnold laut Kathpress. Er wünsche sich, dass sich viele Besucher der Sammlung „ebenso begeistern und verführen lassen“.

Ausstellungshinweis

Sammlung Arnold im Stift Altenburg, ab 16. Juni, Abt Placidus Much-Straße 1, Altenburg

Das Spektrum der Exponate reicht von intimen Andachtsbildern der barocken Frömmigkeit bis hin zu Entwürfen berühmter Meister zu Altarbildern und Deckenfresken. Zu den vertretenen Künstlern zählen neben Paul Troger und Johann Michael Rottmayr auch Johann Georg Platzer, Matthäus Günther sowie Martin Johann Schmidt, genannt „Kremser Schmidt“.

Stift Altenburg ist der perfekte Schauplatz für deren Arbeiten. Der kunstsinnige Barock-Abt Placidus Much (1685-1756) hatte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die besten Handwerker und begabtesten Künstler seiner Zeit in Altenburg versammelt.

Kuppelfresken von Paul Troger

Baumeister Joseph Munggenast und die Maler Paul Troger und Johann Jakob Zeiller schufen die weitläufige Klosteranlage mit ihren großartigen Deckenfresken und Wandmalereien. Mit gleich zehn Kuppelfresken von Paul Troger wird Stift Altenburg zu Recht auch als „Trogerstift“ bezeichnet. Die berühmte Kaiserstiege, aber auch die 50 Meter lange Stiftsbibliothek und die Krypta „atmen“ den Geist des Barock.

Gemälde "Hochzeit und Theseus und Phädra" von Johann Georg Platzer (1730-1740), Stift Altenburg

Fotostudio Stanger

Gemälde „Hochzeit von Theseus und Phädra“ von Johann Georg Platzer (1730-1740), Stift Altenburg

Anziehungspunkte aus jüngerer Zeit sind die in den letzten Jahren neu angelegten Gartenanlagen im und um das Stift: Jeder Garten hat ein anderes theologisches Thema zum Inhalt - es gibt unter anderem den „Schöpfungsgarten“, den „Garten der Religionen“ und den „Garten der Stille“. Allen gemeinsam ist die Pflege nach den Kriterien der Aktion „Natur im Garten“.

religion.ORF.at/KAP

Link:

  • Abrechnung mit dem Zölibat
    Es ist eines der heißesten Eisen der römisch-katholischen Kirche: Der Zölibat gehört zu den umstrittensten ihrer Einrichtungen. Der renommierte Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat dem Thema ein Buch in „16 Thesen“ gewidmet - eine Abrechnung.
  • Theater: Wie Evangelische um ihr Leben würfelten
    Das Frankenburger Würfelspiel erinnert ab 26. Juli wieder an einen grausamen Abschnitt österreichischer Geschichte: Das Stück handelt davon, dass 1625 während des Dreißigjährigen Krieges 36 evangelische Christen paarweise um ihr Leben würfeln mussten.
  • Faszination Göttinnen: Matriarchat heute und morgen
    Dem Themenkreis Matriarchat und Erbe der Göttinnen in Vergangenheit und Gegenwart ist diesen Samstag ein Abend im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) gewidmet.
  • Pilgern zu Rast- und spirituellen „Kraftorten“
    Im dichten europäischen Pilgernetzwerk spielt Österreich als beliebtes Pilgerland eine bedeutende Rolle: Hier gibt es mehr als 700 Pilgerwege. Auf vielen Wegen bieten Klöster und Ordenshäuser „als Kraftorte Rast, Gastfreundschaft und ein spirituelles Aufatmen an“.
  • Vollmondnächte: Lustwandeln in Klostergärten
    In den Vollmondnächten im Juli und August laden österreichische Klöster zu „Langen Nächten der Klostergärten“ ein. Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen kann man Klostergärten und Stiftsparks im Mondschein besuchen.
  • Ausstellung gegen Kriminalisierung Homosexueller
    Die Wanderausstellung „Verschaff mir Recht“ macht auf die Kriminalisierung und Verfolgung von Homosexuellen, Bisexuellen, Transgender-Personen und anderen sexuellen Minderheiten aufmerksam.
  • Diözesanmuseum Graz mit Schau über Tiere in der Bibel
    Als Dämonen sowie als Begleiter von Heiligen - Tiere kommen in der Bibel sehr unterschiedlich vor. Zu einem Blick ins „biblische Tierreich“ lädt das Diözesanmuseum Graz nun mit der Sonderausstellung „Tiere in der Bibel“, die ab 8. Mai geöffnet ist.
  • Die Auferstehung der Ostergräber
    Sie waren schon fast verschwunden, doch seit einigen Jahren erleben sie eine Renaissance: Heilige Gräber haben zu Ostern in Österreich eine lange Tradition. Vor allem im Westen gibt es eine Fülle an Kirchen, die ein solches Ostergrab ins Zentrum ihrer Feierlichkeiten rücken.
  • Jüdisches Museum Wien zeigt Arik-Brauer-Werke
    Anlässlich des 90. Geburtstags der Wiener Künstlers Arik Brauer zeigt das Jüdische Museum Wien eine Ausstellung, die die verschiedenen Facetten seines Lebens und seiner Arbeit präsentiert.
  • Kaiser Maximilian und sein PR-Heiliger
    Im Maximilian-Jahr mangelt es nicht an Ausstellungen. Der Habsburger starb vor 500 Jahren, doch sein Nachruhm scheint ungebrochen. Dass das kein Zufall ist, sondern auf gründlicher PR-Arbeit fußt, zeigt die neue Jahresausstellung im Stift Klosterneuburg eindrucksvoll.