Auto von Johannes Paul II. wird in USA versteigert

Das Auktionshaus RM Sotheby’s versteigert in den USA einen alten Ford Escort des späteren Papstes Johannes Paul II. (1978-2005). Karol Wojtyla hatte das 1976 gebaute Auto den Katalogangaben zufolge während seiner Amtszeit als Krakauer Erzbischof privat gefahren.

Nach seiner Papst-Wahl 1978 stand der Wagen jahrelang in Rom. Nun soll er bei einer Auktion vom 30. August bis 2. September in Auburn (Indiana) für 150.000 bis 300.000 Dollar den Besitzer wechseln. Es ist nicht das erste Mal, dass der astralsilberne Viertürer versteigert wird. Mitte der 1990er Jahre veräußerte ihn der Vatikan für wohltätige Zwecke; später wechselte er nochmals den Besitzer.

Ford Escort des späteren Papstes Johannes Paul II.

AP/Jae C. Hong

Der Ford Escort des späteren Papstes Johannes Paul II. bei einer früheren Versteigerung in Las Vegas im Jahr 2005

Zuletzt war das Fahrzeug Teil der Autosammlung des 2009 bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Rechtsanwalts John O’Quinn. Der Erlös der Ford-Versteigerung soll laut RM Sotheby’s der wohltätigen O’Quinn-Stiftung zugutekommen, die gemeinnützige Projekte in dessen Heimatstadt Houston unterstützt.

Wojtyla fuhr mit Ford zum Konklave

Nach Informationen der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) benutzte Karol Wojtyla dieses Auto, wenn er sich in Rom aufhielt, auf Fahrten vom Flughafen, zu polnischen Mitbrüdern oder zu Terminen im Vatikan.

Wer es dem damaligen Kardinal ursprünglich finanzierte, ist nicht mehr bekannt. In diesem Auto fuhr der damalige Erzbischof von Krakau 1978 auch zum Konklave, aus dem er dann als Papst hervorging. Danach wechselte er die Marke und stieg auf die seither berühmten „Papamobile“ um.

Lange ungenutzt in Garage geparkt

Der alte Escort, wenig gebraucht und gut erhalten, stand lange ungenutzt in einer Garage eines polnischen Pilgerheims in Rom. Der Rektor des Hauses erkannte schließlich den historischen Wert des Wagens und ließ ihm sorgfältige Pflege angedeihen. Am Ende kamen findige Monsignori, darunter auch die „rechte Hand des Papstes“, sein polnischer Privatsekretär Stanislaw Dziwisz, auf die Idee einer Versteigerung zu wohltätigen Zwecken.

Organisiert wurde dies von dem polnischstämmigen US-Prälaten Ronald Sciera, der mit dem Auto-Auktionshaus der Gebrüder Kruse in Auburn Kontakt aufnahm. Sciera war Mitglied des Verwaltungsrates einer in Rom ansässigen Stiftung, die unter anderem Stipendien für Theologiestudenten aus Osteuropa finanzierte. Dieser Stiftung sollte der Erlös zugutekommen.

religion.ORF.at/KAP/KNA

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