Interreligiöser Kalender unter dem Motto „Heimat“

Zum 16. Mal gibt es den interreligiösen Kalender des Vereins SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil). Er steht heuer unter dem Motto „Heimat“ und vereint Texte der Bahai, der buddhistischen, christlichen, islamischen und jüdischen Tradition.

Der Kalender entsteht jedes Jahr aus der Zusammenarbeit des Vereins mit Menschen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften. Die wichtigsten Feiertage dieser Religionen sind verzeichnet. Jedes Monat steht unter einem bestimmten Thema, das heuer erstmals auch durch Gebärden für taubstumme Menschen sichtbar gemacht wird. Neben den religiösen, philosophischen und poetischen Texte geben Einzelpersonen in kurzen Interviews Eindrücke zu dem Thema ab.

Ein gemütliches Zimmer mit Ofen und Stehlampe irgendwo in Niederösterreich.

Klaus Schuster

Das Juli-Motto „Daheim“ wird unter anderem mit einem Vers aus dem Buch Rut illustriert: Wohin du gehst, dahin gehe ich auch, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. (Buch Rut, 1,16)

„Heimat“ ist mehr als Vaterland und Muttersprache

Die Themen der einzelnen Monate reichen von Geborgenheit über Daheim, Gastfreundschaft und Verstehen bis zu Herkunft und Exil. Die Themen werden sowohl bildlich, als auch durch persönliche Reflexionen von Personen unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse beleuchtet, dazu passend wurden die Texte ausgewählt.

Das Motto „Heimat“ schreibt der Verein, bedeute viel mehr als Vaterland und Muttersprache. „Der SOL-Kalender spannt einen weiten Bogen von intimer Nähe bis Freundschaft und Exil und beleuchtet auch, was es heißt, den Anker zu lichten (...)“, heißt es dazu in einer Ankündigung.

Ein amerikanischer alter Mann sitzt und liest Zeitung und sieht dabei aus, als würde er eingeschlafen sein

Klaus Schuster

Um das „Verstehen“ geht es im April

Verantwortung für den Planeten

Der Verein SOL setzt sich seit rund 40 Jahren für einen nachhaltigeren Lebensstil und einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit ein. So wird der Kalender auch ökologisch nachhaltig produziert. Das Kalenderteam ist ebenfalls aus Angehörigen unterschiedlicher Religionen zusammengesetzt, „Wertschätzung und achtsames Einfühlen ermöglichen Nähe und Freundschaft“, so die Aussendung.

Dazu passt ein Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius, der im Oktober zu Wort kommt: „Jeder Einzelne ist verantwortlich für den Auf- und Abstieg der ganzen Welt. Bewusst oder unbewusst wirkt jeder einzelne Mensch durch seine Tätigkeit, aber genauso durch seine Untätigkeit die Veränderung der Gesellschaft. Ja, jeder Gedanke, jede Handlung, jeder Glaube, auch jeder Zweifel, jede Gleichgültigkeit, alles sind Elemente, die sich in unsere Gesellschaft hineinweben.“

Tempelhupfen mit Beduinen in Jordanien

Klaus Schuster

Im März lautet das Thema „Gastfreundschaft“

Bis 22. September können die Kalender vorbestellt werden. Damit könne die Druckauflage gut abgeschätzt werden und Überschüsse vermieden werden, so der Verein. Einzelpreis für Vorbestellungen: zehn Euro, Rabatte bei Mehrbestellungen. gut abgeschätzt werden und große Überschüsse vermieden werden, so der Verein. Ausgeliefert wird Ende Oktober.

Ab einer Bestellmenge von 200 Stück können auf Wunsch Firmenlogos oder individuelle Texte in Form von Aufklebern angebracht werden. Auch ein zusätzliches kundenspezifisches Umschlagblatt ist möglich.

religion.ORF.at

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