„Biblische Symphonien“ in Geschichte und Gegenwart

Unter dem Titel „Biblical Symphonies – Jüdische Musik goes Klassik“ gibt es am Sonntag ein Galakonzert in Wien. Drei Werke symbolisieren 3.000 Jahre jüdischer Musikgeschichte.

„Wäre die alttestamentliche Behauptung ‚Im Anfang war das Wort‘ buchstäblich wahr, dann müsste dieses Wort ein gesungenes Wort gewesen sein.“ Dieser schöne Satz von Leonard Bernstein ist zugleich Name und Programm für ein fulminantes Galakonzert im Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, MuTh, heißt es in der Einladung zu dem Konzert.

70 Jahre Israel, 100 Jahre Bernstein

Anlässlich des 70. Geburtstages des Staates Israel und zu Ehren von Leonard Bernstein, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre, unternehmen die Veranstalter - darunter die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) - eine musikalische Zeitreise. In „Biblical Symphonies“ gelangen drei einzigartige Orchesterwerke zur Aufführung, die von der Genesis bis zum KZ Theresienstadt reichen und so umfassend in der rund 3.000 Jahre alten jüdischen Musikgeschichte noch nie zu hören gewesen seien.

Leonard Bernstein beim Dirigieren 1989

APA/AFP/Janek Skarzynski

Leonard Bernstein 1989

Veranstaltungshinweis

Galakonzert „Biblical Symphonies“ am Sonntag, 14. Oktober 2018, ab 15.00 Uhr im MuTh (Am Augartenspitz 1, 1020 Wien).

Bogen über 3.000 Jahre

Zu hören wird zuerst Viktor Ullmanns „Variationen und Fuge über ein hebräisches Volkslied“ in einer Bearbeitung des Dirigenten Ronen Nissan sein. Das Werk wurde 1944 in Theresienstadt komponiert und ist den drei ermordeten Kindern des Komponisten gewidmet. Dann folgt Leonard Bernsteins 1. Symphonie „Jeremiah“. Er komponierte sie 1942 als sinfonische Dichtung, in der die biblische Geschichte des Propheten Jeremias im Mittelpunkt steht.

Das dritte Werk ist Baruch Berliners, Oratorium „Genesis“ - die Menschheitsgeschichte von der Schöpfung bis zur Sintflut. Das Oratorium für Sprecherin und Orchester wird in sieben Teilen aufgeführt, „Classic meets Hollywood“ ist das Motto dieser deutschsprachigen Erstaufführung. Baruch Berliner ist israelischer Komponist, Autor und Wissenschaftler.

Internationale Musikschaffende

Dirigent Ronen Nissan leitete 17 Jahre lang erfolgreich den Chor und das Orchester St. Stephan in Tulln, ist Gastdirigent in mehreren europäischen Ländern, Israel, China und Argentinien sowie Arrangeur und Gitarrist im Bereich Jüdischer Musik.

Der Konzertsaal MuTh von außen

Helmut Karl Lackner

Im MuTh in Wien sind am Sonntag „Biblische Symphonien“ zu hören

Sprecherin Schulamit Meixner ist Judaistin, Theaterwissenschaftlerin und Diplomsprecherin und machte sich zuletzt als Romanautorin und Co-Organisatorin des Yiddish Culture Festival Vienna einen Namen.

Die Sopranistin Shira Karmon ist Gast auf vielen Opern- und Konzertbühnen und u. a. auch Preisträgerin des Wettbewerbs „Lied des 20. und 21. Jahrhunderts“ des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft. Das „Ton der Jugend“-Symphonie-Orchester-Wien besteht aus jungen Musikerinnen und Musikern, die mit neuen Zugängen und kreativen Interpretationen klassischer Musik überraschen.

religion.ORF.at

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