Flüchtlinge: Land NÖ und Caritas arbeiten an Konzept

Jene minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, die vom umstrittenen Quartier Drasenhofen in das Caritas-Flüchtlingsheim St. Gabriel bei Mödling gebracht wurden, werden dort auch bleiben.

„Mein Wunsch ist es, dass diese Betroffenen tatsächlich hier langfristig sein können und wir mit der Caritas eine Möglichkeit finden, einen langfristigen Vertrag zu schließen“, so der für Integration zuständige niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl bei einem Lokalaugenschein am Dienstagnachmittag.

Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner führte den zuletzt heftig kritisierten FPÖ-Landespolitiker durch die Räumlichkeiten und führte auch ein erstes intensives Gespräch mit Waldhäusl.

Konzept soll in zwei Wochen stehen

Schon am Mittwoch soll ein Betreuungsvertrag zwischen dem Land und der Caritas geschlossen werden, erklärte Schwertner im Anschluss gegenüber dem ORF-Niederösterreich: „Wir haben ein sehr gutes Gespräch gehabt. Wir haben auch über die Empfehlungen der Kinder-und Jugendanwaltschaft gesprochen.“ Es gebe die gemeinsame Sicht, die Empfehlungen der Kinder- und Jugendanwaltschaft umzusetzen, erklärte der Caritas-Generalsekretär.

Ausgearbeitet werden sollen demnach ein pädagogisches Konzept und ein Sicherheitskonzept. Daran beteiligt seien auch Bürgermeister von Umlandgemeinden, denen etwa eine intensive Rund-um-die Uhr-Betreuung ein Anliegen sei, und die Polizei. Das Konzept solle in den nächsten zwei Wochen ausgearbeitet werden und die Basis für den nächsten Schritt liefern - einen möglichen sechsmonatigen Vertrag mit dem Land Niederösterreich.

„Keine Schwerverbrecher, sondern Jugendliche“

„Gerade Kinder, die auch einmal Mist gebaut haben, brauchen dringend intensive pädagogische und therapeutische Begleitung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe“, erklärte Schwertner via Facebook. Die Jugendlichen sollten und wollten so rasch wie möglich wieder in die Schule, Deutschkurse besuchen und ihre Ausbildungen fortsetzen. Schwertner: „Das falsche Bild über sie muss dringend zurechtgerückt werden. Das sind keine Schwerverbrecher, sondern Jugendliche.“

Gegenüber dem ORF-Niederösterreich zeigte sich Schwertner zuversichtlich, „dass wir rasch eine Lösung finden“. St. Gabriel soll eine Einrichtung für unbegleitete Minderjährige bleiben. Dort gebe es derzeit noch zwei freie Plätze, so Schwertner. Waldhäusl erklärte, wenn sich das Modell bewähre, könnten künftig in St. Gabriel auch noch weitere minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden.

religion.ORF.at/KAP

Mehr dazu:

Links: