Stift Klosterneuburg zeigt „Die Königin von Saba“

Diese Woche wird in der Stiftskirche von Klosterneuburg eine Neuinterpretation von „Die Königin von Saba“ als biblische Friedensoper zum Nahostkonflikt aufgeführt.

Realisiert wird die von Steven Tanoto für die Stiftskirche arrangierte Oper des Komponisten Carl Goldmark (1830-1915) durch das piano pianissimo Musiktheater unter der Regie von Peter Pachl, ehemaliger Intendant der Berliner Symphoniker, die Donau Philarmonie Wien, Dirigent Manfred Müssauer, und den Carl Goldmark Solisten Chor Wien unter Leitung von Georgi Nikolov.

Als Begleitveranstaltung diskutiert ein Experten-Symposium am Donnerstag, 12. September, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Augustinussaal des Stiftes den Zusammenhang der Friedensoper mit dem Nahostkonflikt.

Außenansicht des Stifts Klosterneuburg

Stift Klosterneuburg/Michael Zechany

In der Stiftskirche in Klosterneuburg wird „Die Königin von Saba“ als biblische Friedensoper aufgeführt

Veranstalter ist Pactum Africanum, eine Initiative zum abrahamitischen Friedensdialog in Afrika, Veranstalter ist Pactum Africanum, eine Initiative zum abrahamitischen Friedensdialog in Afrika, die Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des äthiopischen Kaisers Haile Selassie I., und Karl Habsburg-Lothringen gegründet haben.

Von den Nazis gebannt

Bis zur Zeit des Nationalsozialismus war „Die Königin von Saba“ eine der am häufigsten aufgeführten Opern weltweit, an der Wiener Hofoper mit 275 Aufführungen, in Budapest über 400 Mal, vom Publikum als „Habsburger Hofoper“ oder „jüdische Nationaloper“ bejubelt. Da Carl Goldmark ein jüdischer Komponist war, wurde die Aufführung der Oper in der Zeit des Nationalsozialismus verboten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie weitgehend verschollen.

Veranstaltungshinweis

„Die Königin von Saba“ im Stift Klosterneuburg ist noch Donnerstag und Freitag zu sehen. Die Aufführungen beginnen um 19.30 Uhr, eine Einführung in die Oper beginnt um 18.30 Uhr im Augustinersaal.

Goldmark entstammte einer jüdischen österreichisch-ungarischen Familie. Gustav Mahler, Arturo Toscanini und Bruno Walter gehörten zu den zahlreichen Dirigenten der Oper. Leonard Bernstein bedauerte, dass er in seiner Wiener Zeit den historischen Augenblick verpasst hatte, sie in der Staatsoper wieder aufzuführen.

religion.ORF.at/KAP

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