Diakonie-Adventkranz für Bundespräsidenten

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser und der lutherische Bischof Michael Chalupka haben am Freitagvormittag in der Wiener Hofburg Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seiner Ehefrau Doris Schmidauer einen Adventkranz überbracht.

Van der Bellen betonte in seinen Dankesworten die tiefere Bedeutung des Adventkranzes und bezeichnete den Brauch als „etwas Ruhiges, Besinnliches und Friedliches in der Vorbereitung auf den 24. Dezember.“

Der Kranz mit vier großen Kerzen für die Adventsonntage und je einer kleinen Kerze für die Werktage im Advent erinnere an den evangelischen Pfarrer Johannes Wichern, der den Adventkranz im 19. Jahrhundert für benachteiligte Jugendliche in ebendieser Form erfunden hat, erläuterte Chalupka. Bis heute mache der Brauch auf Jugendliche aufmerksam, „die unter schlechten Bedingungen leben oder gelebt haben und dass wir diese Jugendlichen unterstützen“.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Doris Schmidauer, Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser, Bischof Michael Chalupka mit Adventkranz

Kathpress/Lukas Cioni

Ein Adventkranz für die Präsidentschaftskanzlei

Segnung auf Christkindlmarkt

Kommende Woche wird Moser bei Kardinal Christoph Schönborn vorstellig werden. Am Samstag wird die Diakonie-Direktorin gemeinsam mit Dompfarrer Toni Faber die Segnung des Adventkranzes des Wiener Christkindlmarktes auf dem Rathausplatz vornehmen (15.00 Uhr). Erstmals gibt es im Rahmen der Zeremonie für Besucher die Möglichkeit selbst mitgebrachte Adventkränze weihen zu lassen.

„Der Adventkranz soll Licht und Wärme erzeugen. Und das sollen wir für andere Menschen auch, vor allem jene in schwierigen Situationen.“ Das sagte Moser in einem auf der Website der Katholischen Kirche in Österreich veröffentlichten Interview. Themen des Gesprächs waren die Anfangsgeschichte des Adventskranzes - eine evangelische Erfindung - vor 180 Jahren und welche Anliegen die Diakonie heute mit dem Adventkranz verbindet.

Appell gegen „Verstaatlichung“ von Rechtsberatung

Einen Appell richtete die Diakonie-Direktorin dabei an die heimische Politik, die die „Verstaatlichung“ der Rechtsberatung und Grundversorgung für Asylwerber durch die neue Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zurückzunehmen solle. „Beim Rauchergesetz war es ja auch möglich.“

Die diesjährige Advent-Kampagne der Diakonie steht unter dem Motto „Hoffnung braucht ein Ja.“ Mit der Initiative wolle man benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stellen und beispielhaft Möglichkeiten aufzeigen, wie auch diese Kinder und Jugendlichen mehr Chancen im Leben bekommen können, erklärte Moser.

Rechtsanspruch auf Hilfsmittel

Das beinhalte beispielsweise assistierende Kommunikationstechnologien, damit Menschen mit Beeinträchtigung nicht sprachlos sind. „So kann etwa der kleine Liam mit Hilfe eines Tablet-Computers seine Augensignale in gesprochene Worte umsetzen.“ Auf solche Hilfsmittel müsste es einen Rechtsanspruch geben und sie müssten rasch und unkompliziert bewilligt werden.

Am 1. Jänner soll die Bundesagentur für Betreuungs-und Unterstützungsleistungen (BBU) ihre Arbeit aufnehmen. Moser warnt vor einer dramatischen Beschneidung des Rechts auf ein faires Asylverfahren. Die neue Agentur sei eine GmbH des Innenministeriums, dieses kontrolliere sich damit quasi selbst. Es brauche wieder eine unabhängige Rechtsberatung, so Moser. Sie hoffe auf eine Rücknahme des Gesetzes.

religion.ORF.at/KAP

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