Coronavirus

Exorzistenkurs in Rom abgesagt

Ein für Ende Oktober in Rom geplanter Kurs in Teufelsaustreibung ist wegen der angespannten Coronavirus-Lage abgesagt worden. Das Exorzismusseminar für Priester und Laien hätte an der päpstlichen Universität Regina Apostolorum stattfinden sollen.

In einer Mitteilung der Veranstalter hieß es nun, man hoffe auf einen neuen Termin im kommenden Frühjahr. Das Seminar hätte bereits zum 15. Mal stattfinden sollen. Außerdem hätten die Ergebnisse einer „sorgfältigen und multidisziplinären akademischen Forschung zu Exorzismus und Befreiungsgebet“ präsentiert werden sollen.

An der Arbeit waren unter anderem die Universität von Bologna und mehrere internationale Experten beteiligt. Exorzismus-Praktiken gibt es in allen Kulturen. Sie sollen der ganzheitlichen Reinigung und Heilung dienen.

Vertreibung böser Mächte

Unter Exorzismus wird die rituelle Vertreibung böser Mächte und Geister aus Personen, Lebewesen oder Gegenständen verstanden. Solche Praktiken gibt es in allen Kulturen.

Eine Broschüre für einen Exorzismus-Kurs im Vatikan
Reuters/Tony Gentile
Exorzismus-Kurse werden im Vatikan seit Langem angeboten

Sie sollen der ganzheitlichen Reinigung und Heilung dienen. Das Wort stammt ab vom griechischen Begriff „exorkizein“ und bedeutet „wegbeschwören“. Die römisch-katholische Kirche versteht unter dem Begriff eine Bitte an Gott, den Menschen von der Macht des Bösen zu befreien.

Vorbild Jesus Christus

Der Exorzismus kann auch einen im Namen von Jesus Christus an den Teufel gerichteten Befehl umfassen, den Betroffenen zu verlassen. Die Vollmacht zum Vollzug des Exorzismus leitet die Kirche aus dem Neuen Testament ab. Vorbild sind die Dämonenaustreibungen durch Jesus.

Der Exorzismus besteht aus Gebeten sowie Segens- und Beschwörungsformeln. In einfacher Form wird er auch bei der Taufe vollzogen. Der sogenannte feierliche oder Große Exorzismus darf laut dem Kirchenrecht von 1983 nur nach Genehmigung des zuständigen Bischofs von einem geeigneten Priester vorgenommen werden.