Anschlag

Mit weißen Bändern gegen Hass

In Wien ist die überkonfessionelle Aktion „Wir halten zusammen – Glaube verbindet!“ gestartet worden. Schulkinder aller Religionszugehörigkeiten knüpfen weiße Bänder mit Friedensbotschaften an Kirchen, Moscheen und Synagogen.

Die weißen Bänder, die mit persönlichen Friedensbotschaften versehen sind, kann man auch als Armbänder selbst tragen oder an Freunde verschenken. Das ist der Grundgedanke der neuen Aktion, mit der ein Kontrapunkt zum Terroranschlag vom vergangenen Montag gesetzt werden soll. Der Startschuss der Aktion erfolgte am Freitagvormittag vor dem Wiener Stephansdom.

„Frieden fängt in unseren Herzen an, in der Liebe zum Nächsten, im Verzicht auf Hasspostings; aber auch im gemeinsamen Anbringen eines Freundschafts- oder Friedensbandes als Zeichen dafür, dass wir zusammenhalten“, so die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz bei der Startaktion.

Dialog, Solidarität und Friede stärker

Die Initiative geht vom Schulamt der Erzdiözese Wien aus, wird aber u.a. auch von der evangelischen und orthodoxen Kirche und der Islamischen Glaubensgemeinschaft mitgetragen. Die Gestaltung der Bänder soll vor allem im Religionsunterricht stattfinden.

Ein Bub knüpft ein weißes Band an das Eisentor des Stephansdoms
EDW/Stephan Schönlaub
Kinder knüpfen weiße Bänder mit Friedensbotschaften an Kirchen, Moscheen und Synagogen

Die Kinder und Jugendlichen sollen sich Gedanken dazu machen, „wie Gesellschaft gelingen kann und wie sie ihre Zukunft gestalten wollen“, so Pinz; und in Richtung der Schüler: „Ihr steht dafür, dass Dialog, Toleranz, Solidarität und Friede stärker sind als jede Form von Gewalt und Spaltung.“

Der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki, Dompfarrer Toni Faber, Andrea Pinz, der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer und Carla Amina Baghajati von der Islamischen Glaubensgemeinschaft knüpften gemeinsam mit einigen Volksschulkindern die ersten Bänder an das Riesentor des Stephansdoms. Auch die islamischen Religionslehrerinnen und -lehrer fühlten sich der Aktion sehr verbunden und würden sie mit großem Engagement mittragen, so Baghajati.

Kinder in Fragen, Ängsten, Hoffnungen begleiten

Wie Schulamtsleiterin Pinz am Rande der Aktion gegenüber Kathpress sagte, solle mit der Initiative auch zum Ausdruck gebracht werden, „dass der Religionsunterricht dazu beiträgt, dass das Leben in Wien bzw. in Österreich gelingt und dass das Gemeinsame und das Verbindende im Vordergrund stehen.“ Aufgabe der Religionslehrer sei es in besonderer Weise, die Kinder und Jugendlichen „in ihren Ängsten und Anfragen, aber auch Hoffnungen zu begleiten und zu unterstützen“.