Grotte in Lourdes, ein Pilger füllt Wasser in eine Flasche
Reuters/Regis Duvignau
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Katholiken

Lourdes stellt Pläne zu Wiedereröffnung vor

Mit einem sommerlichen Pilgerkonzept will der französische Marienwallfahrtsort Lourdes nach Abflauen der Coronavirus-Pandemie wieder Besucherinnen und Besucher anlocken. Bestehende digitale Konzepte bleiben erhalten.

So sollen die „Nächte von Lourdes“ ab 1. Juli Liederabende, Fackelzüge und Messen vor der Mariengrotte bieten, wie Wallfahrtsrektor Olivier Ribadeau Dumas laut der Zeitung „La Croix“ bei einer Pressekonferenz Dienstag ankündigte. Prozessionen würden von Lichtinstallationen an den beiden Pilgerbasiliken erleuchtet, die Coronavirus-Schutzmaßnahmen allmählich gelockert.

Nach den langen Lockdowns mit Millionenverlusten gelte es, auch die örtliche Wirtschaft wieder anzukurbeln, so Ribadeau Dumas. Zum Betreten des Heiligtums soll kein Gesundheitspass erforderlich sein. Während der Pandemie entwickelte digitale Tools sollen Gläubigen aus der ganzen Welt künftig Gemeinschaft mit den Lourdes-Pilgern vor Ort ermöglichen.

E-Pilgerfahrt wird wiederholt

Am 16. Juli, dem Jahrestag der letzten Marienerscheinung der Seherin Bernadette Soubirous 1858, soll zudem unter dem Namen „Lourdes United“ die weltweite E-Pilgerfahrt vom Vorjahr wiederholt werden. Die Veranstaltung soll 15 Stunden lang in zehn Sprachen live in Fernsehen, Radio und in Sozialen Netzwerken stattfinden und erhofft Millionen Menschen weltweit zusammenbringen.

Lourdes gehört zu den berühmtesten Wallfahrtsorten der Welt. In dem südfranzösischen Städtchen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844–1879) insgesamt 18-mal Maria erschienen sein.

Im Vorjahr erstmals geschlossen

Jahr für Jahr reisen mehrere Millionen Pilgerinnen und Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Der kleine Ort mit seinen rund 14.000 Einwohnern verzeichnet nach Paris die zweithöchste Zahl an Hotelbetten und Übernachtungen in Frankreich. Im Frühjahr 2020 war das Heiligtum während des ersten Coronavirus-Lockdowns erstmals in seiner Geschichte mehr als zwei Monate lang geschlossen.