Das Eingangsportal einer griechisch-orthodoxen Kirche in Athen
APA/AFP/Angelos Tzortzinis
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Griechenland

Griechisch-orthodoxe rufen zu Impfung auf

Die Synode der griechisch-orthodoxen Kirche hat ein Rundschreiben mit zwölf Fragen und Antworten zum Thema CoV-Impfung verfasst, das in den Kirchen des Landes den Gläubigen verlesen werden soll. Die Unterstützung der Kirche dürfte im Kampf für mehr Impfungen wertvoll sein.

In dem vierseitigen Schreiben, das die griechische Zeitung „Kathimerini“ am Dienstagabend veröffentlichte, werden nicht nur medizinische Fragen etwa nach der Wirkung der Impfung gegen die Delta-Variante behandelt. Es wird dort auch auf gängige Verschwörungstheorien eingegangen.

„Corona-Impfstoffe enthalten keine Mikrochips. Dies sind unrealistische Theorien, die auf Fehlinformationskampagnen im Internet beruhen“, heißt es in dem Papier. Auch eine in Griechenland beliebte Verschwörungstheorie, wonach Impfstoffe Zellen von Embryonen enthalten sollen, wird klargestellt – das sei bei keinem Impfstoff der Fall, informiert die Synode.

Infektionszahlen gestiegen

Die Infektionszahlen in Griechenland sind in jüngster Zeit stark gestiegen, während die Nachfrage nach Impfungen sinkt. Am Dienstag meldete die griechische Gesundheitsbehörde 3565 Neuinfektionen binnen 24 Stunden für die rund 11 Millionen Einwohner.

Die Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die Impfungen voranzutreiben – etwa mit einer Bezahlkarte im Wert von 150 Euro für junge Menschen, wenn sie sich impfen lassen, aber auch mit Zwang. So sind Impfungen mittlerweile im Pflege- und Gesundheitssektor Pflicht; wer sich weigert, wird von der Arbeit freigestellt und erhält kein Geld mehr.

Viele Gläubige skeptisch

Die Unterstützung der Kirche dürfte im Kampf für mehr Impfungen wertvoll sein. Gerade religiöse Menschen gehören in Griechenland zu den Impf-Skeptikern. Zudem sind rund 95 Prozent aller Griechen zumindest auf dem Papier griechisch-orthodox.